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Erbsen statt Kamelle – Der Kölner Rosenmontagszug vor rund 200 Jahren

Der erste Rosenmontagszug fand in Köln am 10. Februar im Jahr 1823 statt. Zwar gab es auch schon vorher den Kölner Karneval und das schon mindestens seit dem Mittelalter, doch erst nach der Zeit der französischen Besatzung wurden die Festlichkeiten von der Obrigkeit organisiert. Bis dahin hat das gemeine Volk den Straßenkarneval (meist unmaskiert) unter einfachsten Bedingungen  in den Wirtshäusern oder eben auch unter freiem Himmel gefeiert, während die wohlhabenden Bürger und Kaufleute seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zunehmend ihre Maskenbälle in Privathäusern feierten.…

Von Nachworten, Schreibblockaden und Fastenkrapfen

Frô Welt, ir sult dem wirte sagen,
daz ich im gar vergolten habe,
mîn grœste gülte ist abe geslagen,
daz er mich von dem briefe schabe.

Walther von der Vogelweide, nach 1220

Frau Welt, sagt es dem Wirt,
dass ich ihm alles bezahlt habe.
Meine große Schuld ist abgetragen,
er soll mich aus dem Schuldbuch streichen.

Übersetzung aus: Stange, Manfred (Hg.), Deutsche Lyrik des Mittelalters, Wiesbaden 2005

Okay, ich gebe zu, dieser Auszug aus einem Lied von Walther von der Vogelweide gehört weder ins Nachwort meines Romans Das silberne Zeichen noch hat er etwas mit Blockaden oder Fastenkrapfen…

Das Glashaus von Aachen

Nicht nur wertvolle (echte und gefälschte) Reliquien hat Aachen im 15. Jahrhundert zu bieten, sondern auch einen imposanten Dom, dessen riesige, ringsum mit großen farbigen Bleiglasfenstern verglaste Chorhalle am 600. Todestag Karls des Großen am 28. Januar 1414 eingeweiht wurde. Die Bauzeit allein für diesen Bau, der wegen der beeindruckenden Verglasung auch Glashaus von Aachen genannt wird, hat rund 60 Jahre gedauert.

Wer sich näher mit der Geschichte des Aachener Doms befassen möchte, dem empfehle ich zum Einstieg den entsprechenden Artikel auf Wikipedia. Und wem das noch…

Die etwas andere Leseprobe: Historisches Nachwort aus “Die Stadt der Heiligen”

Lange habe ich überlegt, wie ich die historischen Hintergründe zu Die Stadt der Heiligen prägnant für euch zusammenfassen könnte. Dann fiel mir ein, dass ich das ja gar nicht brauche, denn diese Arbeit habe ich mir ja schon einmal gemacht, und zwar für das historische Nachwort des Buches. Da es über die Handlung selbst nichts verrät, möchte ich es euch hier präsentieren. Allerdings, anders als im Buch, mit ein paar Fotos aus meinem Recherchefundus unterlegt.

Historische Nachbemerkung

Im gesamten Mittelalter nahm Aachen als Stadt Karls des Großen eine herausragende Rolle unter…

Köln im späten Mittelalter – So sah Adelinas Welt aus

Wie haben die Menschen im ausgehenden 14. Jahrhundert gelebt? Was hat sie angetrieben? Wie waren ihre Werte, ihre Weltanschauung, ihr Glaube, ihr Alltag? All dies sind Dinge, die man als Autorin historischer Romane recherchieren muss und noch vieles mehr, von den Kleidern über die Essgewohnheiten bis hin zum Aussehen der Latrinen gibt es unzählige historische Details, die man wissen muss, um ein stimmiges Bild der Epoche zeichnen zu können. Einiges mag denjenigen unter euch, die Geschichte nur aus dem Schulunterricht kennen, neu und sogar überraschend vorkommen, doch das Mittelalter…

Der Hexenhammer: Das Handbuch der Hexenjagd

Wer sich nach der Lektüre von Der Hexenschöffe gerne weiter über Wurzeln und historische Hintergründe der Hexenverfolgung informieren möchte, dem lege ich die Dokumentation Das Handbuch der Hexenjagd ans Herz. Darin geht es um den Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum), jenes schauderhafte Werk, das mit dafür verantwortlich war, das die Hexenprozesse sich so sehr ausbreiten konnten.

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Zwar ist mein historische Roman Der Hexenschöffe mittlerweile erschienen, aber das bedeutet nicht, dass das Making-of zum Buch bereits beendet ist. Während meiner Recherche habe ich viele historische Quellen entdeckt, die ich euch noch vorstellen möchte, ebenso wie Sekundärliteratur, Dokumentationen usw.

Heute präsentiere ich euch eine solche Dokumentation, die vor einigen Jahren von ARD und ARTE produziert wurde, leider dort aber nicht mehr in der Mediathek zu finden ist, sondern “nur” noch auf YouTube. Deshalb habe ich euch alle drei Teile des Films hier in meinem…

Der Hexenschöffe – 8. Textschnipsel

Allmählich kommt der Erscheinungstermin von Der Hexenschöffe am Horizont in Sicht. Nur noch wenige Wochen sind es, bis ihr das Buch sowie eBook und auch das Hörbuch überall im Buchhandel erwerben könnt. Und das bedeutet, ich darf euch heute den vorletzten Textschnipsel aus dem Roman präsentieren. Diesmal lernt ihr Anna, die Verlobte von Hermann Löhers Sohn Bartel, ein wenig näher kennen. Und auch Margarete Kocheim, von der ihr bereits in einem früheren Textschnipsel lesen durftet, kommt hier noch einmal zum Zuge.

Hier der neue Textschnipsel:

Kurz entschlossen stellte Anna ihren…

Hexenturm oder Bürgerhaus?

Wo fanden in Rheinbach eigentlich die Hexenprozesse statt? Diese Frage stellte sich mir schon ganz zu Beginn meiner Recherche für den Roman Der Hexenschöffe. Auf den ersten Blick ganz einfach, oder? Schließlich gibt es in Rheinbach ja den berühmten Hexenturm. Und in manch einer Beschreibung zu diesem historischen Gebäude findet man auch tatsächlich die Aussage, dass dort die Hexen gefoltert und eingesperrt gewesen seien. Wenn man den Hexenturm jedoch einmal aufsucht und besichtigt, wird klar, dass er für einen Prozess gar nicht in Frage kommt. Und zwar, weil die Räumlichkeiten…

Der Hexenschöffe – 7. Textschnipsel

Vermutlich haben viele von euch schon darauf gewartet, und da wieder ein Monat vergangen ist, kommt hier der neue Textschnipsel aus Der Hexenschöffe. Diesmal geht es um Marta, die Ehefrau von Neyß Schmid, die 1636 in Rheinbach wegen Hexerei angeklagt wurde.

»Zieh dich aus.«

Marta starrte den Henker verständnislos an.

Er wedelte mit der Hand, stellte dann seine Laterne auf dem kleinen Schreibpult ab. »Ausziehen. Ich muss dich scheren.«

»Scheren?« Es grenzte an ein Wunder, dass ihr die Stimme gehorchte. Die Kälte in ihren Knochen schien sich noch zu verstärken.

»Bevor die Pfaffen…