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Der Hexenschöffe – Outtake Nr. 2 (entfallene Szene)

Wie ich bereits in meinem ausführlichen Artikel zum Thema Lektorat erklärt habe, kommt es in der Überarbeitungs- und Lektoratsphase eines Manuskripts immer mal zu Textkürzungen (Outtakes). Wenn mir mein Lektor so etwas vorschlägt, ist das zwar hart, aber meistens hat er mit seiner Begründung recht. Im oben genannten Artikel hatte ich exemplarisch den Screenshot einer solchen gelöschten Szene abgebildet und euch versprochen, eben jene Szene hier im Blog als weiteren Outtake zu präsentieren. Zunächst aber noch einmal besagter Screenshot:

Outtake Der Hexenschöffe Screenshot

Und im Folgenden nun genau diese entfallene…

Stippvisite beim Hexenmahnmal in Pützfeld

Trotz des durchwachsenen Wetters am gestrigen Sonntag waren mein Mann Paul und ich ein bisschen unterwegs. Eigentlich wollten wir nur etwas essen fahren, doch Paul überraschte mich mit einer Stippvisite im nahe gelegenen Pützfeld. Wenn man vom Ort aus etwa 600 Meter bergauf wandert, wird man nicht nur mit einem wunderschönen Ausblick belohnt, sondern kommt auch zum ehemaligen Richtplatz der Dörfer Brück/Pützfeld. Genauer gesagt war dies in Mittelalter und Früher Neuzeit einer der Richtplätze für das gesamte Ahrgau.

Auf einer gerodeten Bergkuppe befand sich dieser Richtplatz.…

Der Hexenschöffe – 6. Textschnipsel

Es ist an der Zeit für einen weiteren Textschnipsel aus Der Hexenschöffe. Ich weiß, dass viele von euch schon darauf warten, und so langsam wird der Erscheinungstermin ja auch schon in einiger Entfernung sichtbar. Heute dürft ihr in eine Szene auf dem Rheinbacher Marktplatz hineinschnuppern und einen der sadistischsten Hexenkommissare näher kennenlernen: Dr. Jan Möden

»Habt Ihr eine Hexe gefangen?«, schrie eine Frau dazwischen.

Möden machte sie inmitten eines Pulks von Weibern aus. Höflich verneigte er sich in die Richtung der Alten. »Dazu komme ich später, gute Frau. Zunächst…

Literaturfest Meißen 2014: Impressionen aus Stadt, Dom und Albrechtsburg

Mein Besuch beim Literaturfest Meißen war traumhaft schön. Dieses Jahr hatte ich auch endlich mal so richtig viel Zeit fürs Sightseeing. Der Einfachheit halber bette ich euch hier nun meine Fotoalben aus Facebook ein. Auch, wenn ihr nicht bei Facebook seid, müsstet ihr die Fotos dennoch alle sehen können. Klickt einfach eines der Bilder an, dann gelangt ihr in das gesamte Album und könnt über den “Weiter”-Button blättern. Viel Spaß beim Rundgang durch Meißen, den Dom und die Albrechtsburg!

Meißen

Der Hexenschöffe – Schreiben mit der Stimme eines anderen

Wiewol nach so unwiederbringlichen Ehren- Seelen- Leibs- und Gutsschanden/ den Leuten ein wenig einmal die Augen auffgehen sollen. So bleiben sie gleich wol in solcher Blindtheit/ daß sie umb Richter und Hencker bitten/ ihre Zäuber und Zäuberinnen zu verbrennen/ umb das sie gute Weynen und Früchtbahre Jahren mögen bekommen. Und wan sie durch bidtlich suppliciren das verderbliche/ unsalige/ schädtliche/ ehrletzige Fewr in flam und Brandt haben gebracht/ Dan werden sey selber/ ihre Weyber/ Vatter/ Mutter/ Schwester und Brüder verbrent/ und so haben sey einen Stein auffgeworffen/

Der Rheinbacher Hexenturm – ein Rundgang

Am Montag, den 10. Februar 2014, war ich endlich nach vielen vielen Jahren einmal wieder zu Gast im Rheinbacher Hexenturm. Die Besichtigung stand schon lange auf dem Plan, spielt doch mein historischer Roman Der Hexenschöffe, der im Oktober bei Rowohlt erscheint, genau dort: im und um den Hexenturm herum.

Bei meinem letzten Besuch dort muss ich etwa 13 oder 14 Jahre alt gewesen sein, und ich war nicht etwa dort zwecks einer Führung, sondern weil einer meiner Klassenkameraden dort seinen Geburtstag gefeiert hat. Und damit kommen wir auch schon zur heutigen Verwendung des Hexenturms. Man …

Reihjungen, Mailehen, Schlutgehen

Wenn man einen Roman mit dem Titel Der Hexenschöffe schreibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Hauptteil der Handlung sich um die Thematik der Hexenprozesse dreht. Das ist natürlich weitgehend richtig gedacht, und selbstverständlich habe ich Quellen um Quellen zu diesem Bereich der Geschichtsschreibung gewälzt. Ich wollte und will aber keine geschichtliche Abhandlung schreiben, kein Lehrbuch über die Vorgehensweise der Hexenkommissare, sondern einen Roman.

In Romanen agieren Menschen, sie leben, leiden, lieben, lachen, arbeiten, tanzen … Mit anderen Worten:…

Der Hexenschöffe – Fernab von Hebammen und Kräuterfrauen

Vor einigen Wochen stieß ich bei LovelyBooks auf eine historische Kolumne, in der eine Bloggerin ihren Unmut darüber äußerte, dass in historischen Romanen über das Thema Hexenverfolgung fast immer auf Stereotypen zurückgegriffen wird und dass sich die Geschichten um die angeklagten (meistens) Frauen allgemein sehr ähneln und oft wenig mit den wahren Begebenheiten um die Zaubereiprozesse zu tun haben. Ich habe nicht nur auf die Kolumne an Ort und Stelle geantwortet, sondern nehme dies auch zum Anlass, mich hier in meinem Blog dazu zu äußern, da ich ja derzeit selbst einen historischen…

Leichensektionen und Mordermittlungen im Mittelalter

Immer wieder werde ich von Lesern meiner Adelina-Serie gefragt, ob Leichensektionen im (späten) Mittelalter wirklich verboten waren und warum. Auch kommt immer wieder die Frage auf, wie denn nun die Ermittllungen bzw. die Beweisführung z.B. in einem Mordfall aussahen, weil man in jener Epoche ja noch nicht über die ausgefeilten Mittel verfügte, wie dies heute der Fall ist. Deshalb habe ich euch diese Themen hier einmal kurz zusammengefasst. Selbstverständlich kann ich nur einen groben Überblick geben; Gerichtsbarkeit im Mittelalter ist ein weites Feld mit vielen Details, auf…

Mittelalter-Rezept: Dörräpfel (ein Scheingericht)

mittelalterkueche2Etwas aufwendiger, dafür aber der Hingucker auf jedem festlichen Büffet, sind die Dörräpfel, die mit Äpfeln so rein gar nichts gemein haben – abgesehen vom Aussehen. Es handelt sich um ein Scheingericht, das in England bereits im 15. Jahrhundert bekannt war.

Erwähnt wird es bei Maredudd Angharad ferch Gwenhyfar, The Stewpot Period Culinary Guild (SCA)

These Pommes Dorres are based upon three recipes from the Harleian MS 279 (c. 1420) that have been published by Cindy Renfrow. Although the primary recipe is xix. Pomme Dorres, three recipes were combined to provide a combination…