Trotz des durchwachsenen Wetters am gestrigen Sonntag waren mein Mann Paul und ich ein bisschen unterwegs. Eigentlich wollten wir nur etwas essen fahren, doch Paul überraschte mich mit einer Stippvisite im nahe gelegenen Pützfeld. Wenn man vom Ort aus etwa 600 Meter bergauf wandert, wird man nicht nur mit einem wunderschönen Ausblick belohnt, sondern kommt auch zum ehemaligen Richtplatz der Dörfer Brück/Pützfeld. Genauer gesagt war dies in Mittelalter und Früher Neuzeit einer der Richtplätze für das gesamte Ahrgau.

Auf einer gerodeten Bergkuppe befand sich dieser Richtplatz. Dort stand der Galgen und ebendort hat man eben auch den Scheiterhaufen aufgebaut. Heute steht am Rande des Platzes ein Mahnmal für die im 17. Jahrhundert dort verbrannten Hexen.

20140629_131149

Auf einer Schautafel findet man darüber hinaus einen kurzen geschichtlichen Abriss. Exemplarisch wird dort auch der Fall der 1649 als Hexe verbrannten Else Simons aus Pützfeld beschrieben. Um den Text auf dem Foto besser lesen zu können, klickt es einfach an, dann erscheint es in Originalgröße.

20140629_131202

Heute zeigt sich der ehemalige Richtplatz als ein schönes, friedliches Stück Erde. Über die Tatsache, dass sich dort heute ein Grillplatz mit Schutzhütte befindet, kann man im Hinblick auf die Geschichte der Hexenverfolgung natürlich geteilter Meinung sein. Manch einer mag das sogar als regelrecht makaber empfinden. Allerdings geht das Leben, die Geschichte ja weiter, alles ist im Fluss. Und warum soll man nicht aus einem Platz des Schreckens auch etwas Angenehmes machen können?

20140629_131551

20140629_131518

*************************************

Diese Artikel könnten dich ebenfalls interessieren:

Der Rheinbacher Hexenturm – ein Rundgang
Literaturfest Meißen 2014: Impressionen aus Stadt, Dom und Albrechtsburg
Der Hexenschöffe – Fernab von Hebammen und Kräuterfrauen
Vollständige Artikelreihe zum Making-of von Der Hexenschöffe

*************************************

Petra Schiers großer Schicksalsroman: Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit

Ganz Deutschland ist vom Hexenwahn ergriffen. Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Er glaubt nicht an Hexerei und die Schuld derer, die bereits den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten. Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt Löher nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft …

Buchvorschautext, Quelle: www.rowohlt.de

SU_978-3-499-26800-7_E9
Der Hexenschöffe
Historischer Roman
Petra Schier
Rowohlt-Taschenbuch, ca. 450 Seiten
ISBN 978-3-499-26800-7
9.99 Euro
Erscheint im Oktober 2014

Bei Amazon.de vorbestellen

Alle Informationen zum Buch gibt es auf meiner HOMEPAGE. Wer keine Neuigkeit oder Neuerscheinung verpassen will, kann dort meinen kostenlosen NEWSLETTER abonnieren.

Besuche heute: 1