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Ja, genau, ihr habt in der Überschrift richtig gelesen! Ich, Arthos, bin ein waschechter Problemhund, mit allem Drum und Dran.

Frauchen und Herrchen haben mich trotzdem lieb, das gleich mal vorweg. Auch wenn ich zugegebenermaßen doch manchmal anstrengend sein kann. Sagt Frauchen. Außerdem bin ich gerade in der Pubertät, das macht die Sache nicht gerade einfacher.

Aber mal von Anfang an. Wer Frauchens Blogrubrik Hundeblick kennt, weiß ja schon einiges über mich. Wer ich bin, woher ich komme und dass ich toootal süß bin. Also so rein optisch. Und zu meinen liebsten Menschen verhalte ich mich auch so. Nur neuerdings nicht mehr … nun ja … gegenüber Fremden. Also fremden Menschen. Einerseits bin ich ihnen gegenüber neugierig, aber andererseits will ich inzwischen mein Territorium verteidigen und außerdem  bin ich schon immer unsicher gewesen, weshalb ich mich von Besuchern schon mal bedroht fühlen kann. Und so peinlich es Frauchen und Herrchen auch ist: Ich hab auch schon mal bei dem einen oder anderen Besucher zugeschnappt. Und ich rege mich auch immer toootal auf, wenn Leute zu uns kommen.

Und wisst ihr noch was? Ich habe einen Bruder, Jack, dessen Frauchen hat mein Frauchen vor einiger Zeit auf Facebook gefunden und kontaktiert, und der ist genauso wie ich. Nur noch ein bisschen schlimmer.

Aber.

Frauchen sagt, es gibt immer ein Aber. Kennt ihr das?

Es ist noch nicht aller Tage Abend. Ich bin ja auch erst 14 Monate alt. Mit viel Liebe, Konsequenz und Üben, Üben, Üben soll es mir mir von jetzt an viel besser werden. Und vielleicht auch mit Jack, denn dessen Frauchen wird mich auch im Auge behalten und vielleicht ebenfalls mitüben. Also mit Jack.

 

Und was üben wir da genau?

 

Arthos der ProblemhundDu liebe Zeit, eine ganze große Menge Sachen. Manche kenne ich schon ein bisschen, andere noch gar nicht. Heute war nämlich ein fremder Mann bei uns zu Besuch, ja, genau! Den mochte ich erst auch nicht, oder, keine Ahnung, ich war total aufgeregt und wusste nicht ein noch aus. Bei der Gelegenheit hab ich ihn wohl auch mehrmals ziemlich wüst angezickt und Frauchen hat gesagt, er ist ein Hundetrainer, der genau deshalb ganz extra nur für mich zu uns nach Hause gekommen ist. Er hat mit Frauchen mindestens eine Stunde lang ganz viel geredet, während ich an der Leine neben ihr sitzen musste. Oder liegen oder stehen, das war wohl egal. Ich habe mich natürlich irgendwann beruhigt, aber dann wurde mir langweilig und ich wollte unbedingt Aufmerksamkeit. Hab ich aber nicht bekommen. Weder durch jaulen noch bellen noch rumhampeln und nicht mal auf Frauchens Schoß durfte ich kriechen. Irgendwie blöd.

Was die beiden da geredet haben, weiß ich natürlich nicht genau, aber dass es um mich ging, war mir vollkommen klar. So was hört man als Hund sofort an den Stimmen der Menschen.

Nach diesem vielen Reden sind wir dann nach draußen gegangen – mitten in den schönsten Regen. Das war für Frauchen und den Hundetrainer ziemlich unangenehm, aber für mich nicht so. Ich lasse mich gerne mal nassregnen. Wir sind dann unter so ein Vordach am Haus gegenüber gegangen, um ein paar Sachen auszuprobieren. Frauchen hat dabei Anweisungen gekriegt und musste dann mit mir Sachen machen, wie ganz ruhig an kurzer Leine stehen, während wir so getan haben, als ob der Trainer zu uns ins Haus kommt. Dabei hat Frauchen jetzt gelernt, wie genau sie sich zukünftig in solchen Situationen verhalten muss.

Und ich? Tja, ich musste wohl oder übel mitmachen. Also ich weiß nicht nicht so genau, aber irgendwie hab ich immer Lob und Leckerchen bekommen, wenn ich ganz ruhig geblieben bin. Kann sein, dass ich das jetzt immer so machen soll. Mal sehen, ob mir das gelingt, denn einfach ist das überhaupt nicht. Fremde sind halt doch mir mich ziemlich schlimm aufregend. Manchmal auch Leute, die ich gut kenne. Ich glaube, der Trainer hat gesagt, dass Frauchen (und Herrchen natürlich auch) das mit der Leine und dem ruhig bleiben und belohnen ab sofort bei allen Leuten machen sollen. Also auch bei denen, ich ich schon kenne und gut leiden kann. Das wird ja seltsam, meint ihr nicht auch?

Außerdem sollen sie noch viel mehr Impulskontrolle und Frustrationstoleranz mit mir trainieren. Diese Worte kenne ich schon, weil ich da schon so einiges habe lernen müssen. Zum Beispiel, dass ich ein Leckerchen erst nehmen darf, wenn man es mir erlaubt, auch wenn es ganz verführerisch vor mir auf dem Boden liegt. Oder dass ich sitzenbleiben muss, auch wenn vor mir Spielsachen kullern oder Frauchen vor mir herumläuft oder hüpft oder weggeht und dann wieder kommt oder um mich herumgeht. Solche Sachen. Manches davon kann ich inzwischen ziemlich gut, aber manchmal ist es dann doch noch zu schwierig für mich.

Aber abgesehen davon hat der Trainer (und deshalb finde ich ihn auch nicht so arg schlimm) Frauchen auch noch ein paar spannende Tipps gegeben, wie sie zukünftig viele tolle Nasen- und Schnüffelspiele mit mir spielen kann. Und Fährten suchen. Das finde ich sowieso schon soll, aber ich glaube, jetzt wird es noch besser.

 

Ich bin halt ein Problemhund. Na und? Einfach kann doch jeder!

 

Frauchen hat jetzt auf jeden Fall schon mal einen ganzen Stapel Papiere gekriegt, auf denen Sachen gedruckt sind. Das sind wohl die Erklärungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie wir zukünftig üben sollen. Ich kann ja nicht lesen, aber Frauchen schon und jetzt bin ich ziemlich neugierig, was demnächst so alles auf mich oder vielmehr uns zukommt.

Arthos, der Problemhund ...

Ich kann auch gaaanz lieb sein.

Eins ist mal sicher: Falls ihr vorhaben solltet, mich oder Frauchen oder Herrchen mal zu besuchen, müsst ihr euch in den kommenden Monaten darauf einrichten, ganz viel Geduld mitzubringen. Denn so ein Trainer ist wohl ziemlich teuer und deshalb sollen seine Ratschläge ja schon irgendwie umgesetzt werden. Das bedeutet, dass ihr nicht mal einfach so reinschneien könnt. Nein, Ihr müsst jetzt immer warten, bis Frauchen mich angeleint hat und euch ganz genaue Anweisungen gegeben hat, wie ihr euch verhalten sollt, wenn ihr reinkommt und dann auch während ihr da seid. Ich hoffe, ihr habt alle ganz, ganz viel Geduld mit mir, denn anders lerne ich ja nicht, wie man sich in Gegenwart von fremden Leuten gut benimmt. Und gutes Benehmen scheint man von einem Hund einfach zu erwarten. Muss einem ja auch erst mal gesagt werden. Also mit den richtigen Worten … und Gesten. Und am besten ganz ohne viel zu schimpfen und ohne Gewalt sowieso. Da stehe ich nämlich überhaupt nicht drauf und Frauchen und der Hundetrainer glücklicherweise auch nicht.

 

Ein Maulkorb! Für mich! Juhu!

 

Übrigens müsst ihr auch keine Angst haben, dass doch mal was schiefgeht und ich euch dann beiße. Ich soll nämlich jetzt als waschechter Problemhund auch lernen, einen Maulkorb zu tragen, nur zur Sicherheit. Ich weiß nicht genau, was ein Maulkorb ist, aber schlimm kann er nicht sein. Jedenfalls nicht, wenn es sich um das komische Ding handelt, das Frauchen mir neuerdings immer zeigt und in dem, wenn ich es über die Nase gezogen kriege, supertolle Käseleckerchen auf mich warten.

Echt! Glaubt ihr mir etwa nicht? Es ist wirklich so: Immer wenn ich das Ding auf der Nase habe, kriege ich ganz viel Lob und meinen Lieblingskäse. Das finde ich supderdupertoll!

Genauso wie wenn wir üben, ins Auto einzusteigen. Davor hatte ich nämlich bis vor Kurzem totale Panik. Also echt: Panik auf der Titanic. Auto? Ging gaaar nicht. Niemals nie nicht. Wie gesagt: Ich bin halt ein Problemhund. Da müsst ihr durch.

Dachte ich zumindest.

Bis Frauchen mir gezeigt hat, dass meine Lieblings-Frisbee und mein Spiel-Kong da oft reinfliegen und ich die ganz leicht wieder rausholen kann und nicht nur die! Auch diese wunderbaren Käsewürfel liegen da immer rum und wachsen irgendwie dauernd nach, wenn ich mich doch traue, nahe ranzugehen. Inzwischen bin ich sogar so mutig und springe ganz von allein in den Kofferraum, setze mich auch schon mal ruhig hin und so. Hingelegt habe ich mich auch schon mal, weil das doch gar nicht so schrecklich ist, wie ich immer dachte.

Manchmal tut Frauchen auch so, als würde sie die Kofferraumklappe schließen, nur ein Stückchen. Halb zu hatte sie sie auch schon mal. Und wenn ich lieb und ruhig bleibe, kriege ich noch mehr Leckerchen und so viel Lob, dass ich ganz begeistert bin. Und mutig. Denn wenn man so mit Lob überschüttet wird, macht man ja wohl irgendwas total richtig, oder? Und wenn ich merke, dass ich etwas richtig mache, traue ich mir danach noch ein bisschen mehr zu. Und so weiter.

 

Arthos der Problemhund

So liege ich ganz oft auf der Kellertreppe oder auf der Treppe ins Obergeschoss, wenn ich auf Frauchen oder Herrchen warte. Auf beiden Treppen gibt es ganz genau diese eine Stufe, auf die ich einfach perfekt drauf passe.

 

Frauchen hofft jetzt, dass es mit meinen anderen “Baustellen”, wie sie es manchmal nennt, mit der Zeit auch genauso besser wird. Ich auch, denn eigentlich ist es doch schön, wenn ich alles richtig mache und alle meine Menschen mich dafür gern haben.

Ich werde euch auf jeden Fall weiter berichten, wie es mir als Problemhund so mit meinem Training geht und was der Hundetrainer dazu sagt, wenn er in drei, vier Wochen noch mal zu uns kommt.

Wie sieht es denn bei euch so aus? Drückt ihr mir oder vielmehr uns die Daumen? Und habt ihr selbst vielleicht auch Hunde? Sind die total lieb und easy oder habt ihr vielleicht auch einen Problemhund? Was ja überhaupt nicht schlimm ist, sagt Frauchen. Man braucht eben nur ein bisschen mehr Geduld, Phantasie und viel Konsequenz … was auch immer Letzteres bedeuten mag. Klingt irgendwie unheimlich, aber vielleicht auch gar nicht so sehr. Ich glaube, das heißt nur, dass ich ganz genaue Regeln kennenlerne, wie ich mich verhalten soll. Und dagegen habe ich grundsätzlich gar nichts einzuwenden, im Gegenteil. Regeln finde ich toll. Na ja, zumindest wenn ich sie so richtig verinnerlicht habe. Dazu habe ich momentan manchmal keine Lust, aber das ist wohl, weil ich diese Pubertät habe. Komisches Wort.

 

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