Banner Sneak Peek Man trifft sich stets zweimal

 

Während meine Lektorin sich mit dem Manuskript befasst, dürft ihr noch einmal einen kleinen Blick in die noch unlektorierte Fassung von Man trifft sich stets zweimal (Teil 1) werfen. Ich habe euch eine weitere Szene aus dem ersten Kapitel herausgesucht, weil ihr darin auf viele alte Bekannte trefft, aber trotzdem die eine oder andere neue Dynamik erkennen werdet. Viel Vergnügen!

Aus dem 1. Kapitel

»Guten Tag, Janna.« Walter Bernstein, Mitte fünfzig und von ebenfalls nur mittelgroßer, kräftiger Statur mit braunem, an den Schläfen bereits ergrautem Haar wirkte wie stets kompetent, ruhig und besonnen. »Danke, dass Sie es einrichten konnten, ausgerechnet an einem Sonntag und so kurz nach Ihrem letzten Einsatz erneut hierher zu kommen. Ich hätte Ihnen gerne etwas mehr Erholungszeit zugestanden, aber leider halten sich die Verbrecher nicht an übliche Geschäftszeiten.« Er lächelte leicht, wurde aber gleich wieder ernst. »Da Sie mit dem Fall Susanne Krause und insbesondere ihrer Verhaftung vertraut sind und leider bereits einmal zur Zielscheibe einer ihrer perfiden Mordanschläge geworden sind, halte ich es für unerlässlich, dass Sie an unseren Ermittlungen teilnehmen. Gleichzeitig sichere ich Ihnen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zu. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um Sie und Ihre Familie vor möglichen weiteren Angriffen zu schützen. Selbstverständlich sind Sie nicht gezwungen, sich an unserer Ermittlungsarbeit zu beteiligen. Bisher haben Sie nach wie vor nur den Status einer zivilen Hilfskraft. Sollte Ihnen die Zusammenarbeit in diesem Fall zu gefährlich erscheinen, brauchen Sie es nur zu sagen. Der Schutz bleibt weiterhin bestehen, aber Sie sind zu nichts verpflichtet.« Abwartend blickte er sie an.
Janna blickte von einem zum anderen. Die Agenten hatten alle nichtssagende Mienen aufgesetzt. Selbst Markus’ Gesichtsausdruck ließ nicht erkennen, was er dachte, und das verunsicherte sie ein wenig. Bevor sie etwas sagen konnte, ergriff er jedoch überraschend das Wort: »Jeder hier weiß, was Susanne Krause dir angetan hat. Es wäre nur allzu verständlich, wenn du mit dieser Sache so wenig wie nur möglich zu tun haben möchtest.«
Leicht irritiert über seinen vollkommen neutralen Tonfall musterte sie ihn. »Wie würdest du dich fühlen, wenn du in meiner Situation wärst?«
Markus erwiderte ihren Blick für einen langen Moment und es schien, als würden die grünen und grauen Einsprengsel in seiner Iris ein wenig deutlicher hervortreten. »Ich würde sie damit nicht davonkommen lassen wollen.«
In Jannas Magengrube machte sich ein leicht sinkendes Gefühl breit, sodass sie den Blickkontakt rasch abbrach und sich wieder Walter Bernstein zuwandte. »Das will ich auch nicht. Sie damit davonkommen lassen, meine ich. Wenn ich irgendwie helfen kann, will ich es versuchen.«
»Gut.« Walter nickte ihr zu. »Dann fassen wir mal zusammen, was wir bisher wissen. Melanie?«
Die schwarzhaarige Agentin schlug einen Hefter auf, der vor ihr auf dem Tisch lag, warf jedoch beim Sprechen nur wenige Blicke darauf. »Susanne Krause hat die Justizvollzugsantalt Aachen am Samstag zwischen vierzehn Uhr und vierzen Uhr fünfzehn offenbar auf dem Weg über den Lieferanteneingang der Küche verlassen. Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass sie zu diesem Zweck Hilfsmittel wie Schlüssel und Werkzeuge sowie Kleidung von außen erhalten hat. Wie genau diese Hilfsmittel zu ihr gelangt sind und ob möglicherweise Mitarbeiter des Gefängnispersonals involviert sind, wird derzeit von der Polizei überprüft. Wir sind diesbezüglich schon ein wenig weiter und haben mehrere Vollzugsbeamtinnen ins Visier genommen, deren Verhalten und finanzielle Umstände verdächtig erscheinen. Sobald wir noch mehr Anhaltspunkte haben, werden wir die betreffenden Personen näher auf Verbindungen zu Susanne Krauses Umfeld überprüfen.« Sie warf Murat einen kurzen Blick zu, woraufhin er das Wort ergriff.
»Derzeit können wir nur die allgemeine Peripherie elektronisch überwachen. Sobald wir eindeutige Hinweise auf eine Mittäterschaft erhalten, werden die erforderlichen Genehmigungen zu einer volständigen Personenüberprüfung und Überwachung auch aller Internetaktivitäten, Anrufe und so weiter eingeholt. Wir stehen in den Startlöchern.«
Melanie nahm den Faden wieder auf: »Da Susanne Krause zuletzt mit dem international gesuchten Waffenhändler Reinhard Peckert zusammengearbeitet hat, liegt unser Augenmerk selbstverständlich ganz besonders auf seinen Aktivitäten.« Aufordernd sah sie Gabriel Riemann an, der sich daraufhin ein wenig aufrichtete.
»Peckert ist, wie wir alle wissen, einer der am schwersten zu fassenden Kriminellen überhaupt«, erklärte er. »Seine Akte bei Interpol ist so dick, dass man ungern von ihr am Kopf getroffen werden möchte, weil das zum sofortigen Tod führen würde. Leider ist er hochintelligent und agiert so raffiniert, dass niemand ihm bisher etwas nachweisen konnte. Er ist grenzenlos arrogant den Behörden gegenüber, lässt sich auf öffentlichen Veranstaltungen sehen und tanzt uns seit Jahren fröhlich auf der Nase herum, ohne dass wir ihn auch nur ansatzweise zu fassen bekämen.« Er hielt kurz inne. »So weit, so schlecht. In den vergangenen Monaten ist es ungewöhnlich ruhig um ihn und seine Mitstreiter geworden, fast so, als hätte er sich von dem Schlag, den wir ihm zuletzt versetzt haben und der zur Verhaftung von Susanne Krause geführt hat, noch nicht ganz erholt.«
»Vielleicht hat er aber auch nur Zeit gebraucht, um neue Pläne zu schmieden«, fiel Melanie ihm ins Wort.
»Dazu kommen ich jetzt.« Gabriel lächelte ihr zu, woraufhin sie die Stirn runzelte.
»Dann komm zum Punkt.«
»Ungeduldig wie immer, unsere liebe Melli.« Nun wurde aus Gabriels Lächeln ein freches Grinsen.
»Nenn mich nicht so.«
»Warum nicht? Erinnert es dich zu sehr daran, dass unter den Designerklamotten ein lebendiger Mensch steckt?«
»Halt die Klappe, Gabriel.«
»Eben noch sollte ich auf den Punkt kommen.«
Verblüfft verfolgte Janna das Geplänkel der beiden, bis Walter Bernstein sich vernehmlich räusperte. »Kinder, hört auf zu streiten. Eure privaten Animositäten könnt ihr in eurer Freizeit austragen.«
»Es gibt zwischen uns keine privaten Animositäten.« Melanies wütender Blick traf Gabriel, der jedoch nur weiter grinste. »Schon gut, Walter. Melli braucht nur manchmal ein paar kleine Nadelstiche, damit sie sich daran erinnert, dass sie nicht aus Stein ist. Also, wo war ich gerade stehengeblieben? Ach ja, Peckert.« Er wurde wieder ernst. »Melanie könnte insofern recht haben, dass wir seit einiger Zeit diverse Aktivitäten rund um den Globus beobachten, die darauf schließen lassen, dass erhöhtes Interesse an einigen neuen deutschen Waffen- und Waffenabwehrsystemen bestehen könnte.«
»Gibt es da schon konkretere Hinweise?« Gespannt beugte Walter sich vor.
»Offiziell noch nicht.« Gabriel schüttelte den Kopf. »Aber inoffiziell habe ich ein paar Vorgänge analysiert, die darauf schließen lassen, dass Luchs B in den Fokus der einen oder anderen terroristischen Organisation gerückt sein könnte. Ebenso wie ins Visier einiger derzeit politisch instabiler Staaten.«
Bernstein kräuselte die Lippen. »Das ist weniger gut.«
»Was ist denn Luchs B?« Die Frage war Janna herausgerutscht, noch bevor sie sich bremsen konnte. Sie errötete leicht.
»Ein neues Langstreckenraketen-Abwehrsystem.« Markus rieb sich über den Nacken. »Entwickelt von deutschen Spezialisten und auch hier gebaut. Es soll innerhalb der kommenden zwei oder drei Monate betriebsbereit sein und der Regierung vorgestellt werden.«
»Der Haken an diesem System«, übernahm Bernstein das Wort, »oder auch sein Vorteil, je nachdem, wie man es betrachtet, ist die Tatsache, dass es mit wenigen Modifikationen auch zu einer effektiven Raketenabschussbasis umfunktioniert werden kann.« Er hielt kurz inne. »Damit wäre es exakt Peckerts Kragenweite. Mit Sicherheit würde er im Handumdrehen eine Auktion mit mehreren Bietern auf die Beine stellen können.«
»Die Sache ist nur die«, mischte Melanie sich ein. »Es ist praktisch unmöglich, Luchs B zu stehlen oder auch nur an die Pläne heranzukommen. Die Ingeniere und alle, die daran arbeiten, unterliegen den höchsten Sicherheitsstandards und werden rund um die Uhr überwacht. Der Bau erfolgt unter hermetischer Abriegelung. Da kommt auch ein Reinhard Peckert nicht hinein.«
»Solche Kleinigkeiten habe ihn auch früher nicht davon abgehalten, es zumindest zu versuchen«, wandte Gabriel ein. »Seine Erfolgsquote ist zu hoch, um die mögliche Bedrohung außer Acht zu lassen.«
»Analysieren Sie weiter, Gabriel.« Walter seufzte. »Diesem Mann ist leider alles zuzutrauen. Und nun, da Susanne Krause wieder auf freiem Fuß ist, müssen wir doppelte Vorsicht walten lassen. Sie hat sich bisher kaum im Waffenhandel hervorgetan, sondern agiert als Auftragsmörderin. Wenn Peckert ihr zur Flucht verholfen haben sollte, dann aus einem bestimmten Grund, und den müssen wir so schnell wie möglich in Erfahrung bringen. Janna, Sie sehen so blass aus? Stimmt etwas nicht?«
Janna hatte leicht gefröstelt und zog nun die Schultern hoch. »Nein, entschuldigen Sie, es ist nichts. Nur … Na ja, meine Tochter … Pflegetochter, heißt Susanna. Die Namensähnlichkeit lässt mich jedesmal Schaudern.«
»Völlig irrational.« Melanie lächelte schmal. »Namen sagen über das Wesen eines Menschen nichts aus. Außerdem ist anzunehmen, dass Susanne Krause lediglich ein Deckname ist. Wie diese Frau in Wahrheit heißt, ist uns nicht bekannt.«
»Stimmt, sie ist auch schon mal mit dem Vornamen Annabelle aufgetreten.« Gabriel hüstelte. »Aber ich würde Frau Bergs Unwohlsein nicht als irrational abtun. Wir alle verbinden Vorstellungen oder Gefühle mit bestimmten Namen. Ist es nicht so, Melli?«
»Hör endlich auf, mich so zu nennen, du Arsch!«
»He, he!« Walter warf ihr einen strafenden Blick zu.
Gabriel lachte nur. »I rest my case.«
»Was ist nun unser erster Schritt?« Sichtlich angestrengt ließ Markus die Schultern kreisen. »Die Überwachung von Krauses früherem Umfeld?«
»Da sind wir schon dran.« Walter musterte ihn eingehend. »Sie gehen jetzt erst mal nach Hause, Markus, und schlafen sich aus. Sobald wir konkrete Hinweise haben, die nicht schon von der Polizei bearbeitet werden, gebe ich Ihnen Bescheid. Und Sie, Janna«, er hielt erneut kurz inne, »Sie könnten in der Tat zweierlei für uns tun.«

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