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Sneak Peek Codename E.L.I.A.S.

Bis zum Erscheinungstermin von Doppelschlag, dem dritten Band meiner Action-Thriller-Serie Codename E.L.I.A.S., dauert es nun nicht mehr allzu lange. Ich warte nur noch auf den Feinschliff des Covers (und des Buchumschlags) und auf das fertige Textlayout, dann kann es losgehen. Um euch die Wartezeit zu verkürzen, gibt es heute noch mal einen (letzten) Sneak Peek. Diesmal sind Mike und Brianna gemeinsam in Aktion …

 

Aus dem 7. Kapitel

Es war kurz vor Mitternacht, als Michael seine Corvette in der Querstraße parkte, von der aus er mit Harvey das Haus in der Via Rivera beobachtet hatte. In der Zwischenzeit hatte Michael das zweifelhafte Vergnügen gehabt, Andrew kennenzulernen, und musste zähneknirschend zugeben, dass es besser war, ihm zu helfen. Ohne Briannas und Lukes Einschreiten hätte der Bootsdieb nicht die geringste Überlebenschance gehabt. Das Timing war allerdings alles andere als passend, denn Michael war es trotzdem deutlich wichtiger, hinter die Pläne der E.L.I.A.S.-Organisation zu kommen.
Schweigend stiegen er und Bri aus dem Wagen und huschten im Schatten der Büsche am Straßenrand auf das Haus der Barkleys zu. In der Auffahrt stand nach wie vor kein Auto, und auch die Garage war leer.
Da der Vordereingang von der Straße aus einsehbar war, begaben sie sich auf die Rückseite des Gebäudes. Aus einer handlichen Sporttasche zog Brianna eine einfache Strickleiter, an der ein Seil mit einem Gewicht und einem Karabinerhaken befestigt war, und zwei Paar Lederhandschuhe, die sie rasch überstreiften.
Michael warf das Gewicht mit einer geübten Bewegung über das Geländer des Balkons im ersten Stock, dann gab er so weit Seil nach, bis er das Gewicht wieder zu fassen bekam. Mit dem Karabinerhaken arretierte er die Strickleiter oberhalb der obersten Sprosse an einer Schlaufe, sodass ein bequemer Aufstieg möglich war.
Brianna kletterte ihm voran und war bereits dabei, die Balkontür fachmännisch aufzuhebeln, als er sich über das Geländer schwang.
»Keine Alarmanlage.« Ihre Stimme war nur ein Hauch. »Ziemlich unvorsichtig.«
»Sei froh, dass sie keine haben. Das würde uns nur unnötig aufhalten.« Er folgte ihr, als sie mit einem Lächeln die Tür aufstieß und eintrat.
Brianna ließ das Licht ihrer winzigen Taschenlampe über die Einrichtung wandern. Sie befanden sich im Schlafzimmer. Auf der blau-weiß gestreiften Tagesdecke des Bettes lag ein Tablet-Computer. Michael schaltete ihn ein und überflog die Apps und Dateiordner, dann warf er das Gerät achtlos zurück aufs Bett.
»Hier, Michael.« Brianna hatte das Zimmer verlassen, streckte aber den Kopf wieder zur Tür hinein. Sie bedeutete ihm, ihr zu folgen. Einen Raum weiter befand sich ein Arbeitszimmer mit Bücher- und Aktenregalen an den Wänden. Den Computer hatte Brianna schon eingeschaltet und die Vorhänge zugezogen, damit das Licht des Bildschirms nicht nach draußen drang.
»Passwortgeschützt.« Fragend sah Michael sie an, woraufhin sie auf der Tastatur herumtippte. Augenblicke später erschien der Desktop.
Michael nickte anerkennend. »Das war schnell.«
»Ich hab mir ein paar Dinge beibringen lassen.« Sie grinste. »Von einem attraktiven Computerexperten.«
»Aha.«
»Äußerst attraktiv und charmant. So stellt man sich einen Nerd sonst gar nicht vor.«
Er wusste, sie wollte ihn ködern, und er musste sich zwingen, nicht darauf einzugehen. »Was hat er dir sonst noch beigebracht?«
»Oh, er war sehr erfinderisch …« Sie grinste erneut. »Ach, du meinst, was das Schnüffeln in fremden Computern angeht. Zunächst mal: Das Passwort war simpel. In neun von zehn Fällen der Name des Partners oder eines der Kinder oder des Haustiers.« Sie zuckte die Achseln. »Kinder haben sie keine, das hat Luke vorhin schon herausgefunden, Haustiere offenbar auch nicht. Jedenfalls sehe ich hier keine. Edith plus die Hausnummer. So was von durchschaubar!« Während sie sprach, klickte sie nacheinander alle vorhandenen Ordner an. »Kochrezepte, Hochzeits- und Urlaubsfotos.« Sie hielt inne. »Das hier sieht interessant aus.« Sie klickte auf ein paar Dateien mit ungewöhnlichen Endungen. »Auch passwortgeschützt.« Fragend sah sie zu Michael auf. »Soll ich versuchen, es hier zu hacken?«
Er schüttelte den Kopf und reicht ihr einen USB-Stick. Sie schloss ihn an und lud alle verdächtigen Dateien und Ordner darauf. »Ich hoffe, Luke lässt mich an seinen Laptop, sonst muss ich mein Equipment aus Santa Monica holen.«
Während sie sprach, fuhr ein Wagen vor. Autotüren klappten und leise Stimmen ertönten, dann das Gelächter einer Frau.
»Verschwinden wir.« Schon wollte Michael den Stick aus dem Slot ziehen, doch Brianna hielt ihn zurück. »Warte mal, diese Daten hier sind nicht verschlüsselt. Das sind Bilddateien.«
»Wir müssen hier raus!« Er fasste sie am Arm, doch sie hatte bereits eines der Bilder geöffnet.
»Das sind Fotografien von einem Computerbildschirm und Screenshots.« Sie klickte noch weitere Bilder an. »Flugpläne, würde ich sagen.«
»Brianna!« Eindringlich drückte er ihre Schulter.
»Schon gut, schon gut.« Sie zog die Dateien ebenfalls auf den Stick, doch es dauerte einen Moment, bis alles übertragen war. Inzwischen waren die Barkleys bereits im Haus und unterhielten sich lachend im Erdgeschoss.
»Raus hier«, zischte Michael, als Schritte auf der Treppe zu hören waren.
Brianna zog den Stick aus dem Slot, schaltete den Computer aus und zog die Vorhänge wieder auf. Sie schafften es gerade noch, über den Flur hinüber ins Schlafzimmer zu huschen, bevor Edith Barkley das obere Stockwerk erreicht hatte. Glücklicherweise betrat sie zuerst das Badezimmer und unterhielt sich dabei weiter kichernd mit ihrem Mann über die Leute, mit denen sie den Tag verbracht hatten.
Brianna schlüpfte als Erste durch die Balkontür und schwang sich über das Geländer. Da die Tür nun zum zweiten Mal unvorschriftsmäßig geöffnet worden war, ließ sie sich nicht mehr korrekt verschließen. Michael zog sie so weit zu wie möglich, damit der Einbruch nicht sofort sichtbar wurde. Erst dann kletterte auch er nach unten, löste den Karabinerhaken und entfernte die Strickleiter, die Brianna mit routinierten Griffen in der Tasche verstaute, während sie bereits auf dem Weg zum Auto waren.
Als sie in der Corvette saßen, sahen sie einander schweigend an. Brianna war die Erste, die lächelte, und Michael konnte dem Blitzen in ihren Augen nicht widerstehen. Selbst hier im dunklen Wagen war ihr anzusehen, wie sehr sie vor Leben vibrierte. Also lächelte er zurück und spürte, wie sich zwischen ihnen eine Verbindung schloss, fast wie ein Stromkreis, der unterbrochen gewesen war.
Um nichts Unüberlegtes zu tun, startete er rasch den Motor und lenkte die Corvette zurück Richtung Boyle Heights.

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Während Ex-Spion Michael Cavenaugh sich um seinen schwerverletzten Bruder Daniel kümmert, wartet bereits die erste Mission der Geheimorganisation E.L.I.A.S. auf ihn. Gemeinsam mit seinem früheren CIA-Partner Harvey soll er einen Einbrecher beschatten und ihm seine Beute abnehmen. Diese besteht aus brisanten Dokumenten über Drogen- und Menschentransporte. Da Brianna und Luke gerade dabei sind, einen ganz anderen Fall zu lösen, bei dem sie seine Hilfe benötigen, findet sich Michael bald im Fadenkreuz von kolumbianischen Drogenhändlern und einem geheimen Killerkommando wieder. Wenn er beide Seiten zur Strecke bringen will, muss er zu einem gewagten Doppelschlag ausholen, der möglicherweise seinen neuen Auftraggebern nicht gefallen könnte.

Serie Codename E.L.I.A.S.
Doppelschlag
Codename E.L.I.A.S. – Band 3
Mila Roth
Taschenbuch, 240 Seiten
ISBN: folgt
7,99 Euro

eBook (Kindle, EPUB)
ISBN EPUB: folgt
2.99 Euro

Erscheint voraussichtlich Ende Oktober 2017

 

 

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