Sneak Peek Nr. 2: Man trifft sich stets zweimal - Teil 2

Während das Manuskript zum Abschlussband der ersten Staffel meiner Spionin wider Willen im Korrektorat liegt (ja, genau, das bedeutet, es dauert jetzt nicht mehr lange), dürft ihr noch einmal ein bisschen in die Geschichte hineinschnuppern. Aber Vorsicht, es wird nicht ganz ungefährlich, zumindest für Janna …

 

Also anschnallen, die Ohren anlegen und nichts wie hinein in das 12. Abenteuer!

 

Als sie die Nebentür erreichte, durch die sie direkt in ihre Küche gelange, zerschnitt ein lauter Knall die Stille und das Gezwitscher der Vögel. Jannas Blick ging automatisch zum Hoftor und sie sah, wie Peckert taumelte, die Hände an die Brust gepresst, und gleich darauf zusammenbrach.
Janna konnte ihren Schreckensschrei gerade noch unterdrücken, riss die Tür auf und schlüpfte in die Küche. Fahrig sah sie sich nach ihrem Handy um, fand aber nur das mobile Festnetztelefon. In ihrem Kopf drehte sich alles in einem heillosen Chaos, sodass sie sich partout nicht an die Durchwahl von Walters Büro erinnerte. Also tippte sie mit zitternden Fingern die Nummer der Zentrale ein, kam aber nicht weit, weil sie durch das Küchenfenster eine Bewegung wahrnahm. Eine Frau mit blond gefärbten Haaren näherte sich dem Haus und fasste sie durch das Fenster ins Auge. Hinter ihr lag Peckert mitten in der Zufahrt am Boden. Auf seiner Brust war ein großer roter Fleck zu erkennen.
Janna ließ das Telefon fallen und rannte hinüber in den Flur. Dort sah sie, dass ihr Handy hochkant aus ihrer offenen Handtasche ragte. Hastig nahm sie die Tasche an sich und wollte das Mobiltelefon herausnehmen, doch da klickte es hinter ihr bereits verdächtig. Offenbar hatte die Krause den meist unverschlossenen Seiteneingang zur Küche benutzt.
»Halt, das lassen Sie mal schön sein, meine Süße.« Susanne Krauses Stimme klang kühl und zugleich grimmig. »So sieht man sich wieder, was? Dabei dachte ich, wenn Sie schon meine kleine Sprengfalle überleben, würden Sie wenigstens meinem Ratschlag folgen, sich aus dem Spionagegeschäft herauszuhalten. Aber gut, Sie wollten es nicht anders. Wissen Sie was, ein bisschen imponiert mir das sogar. Deshalb erschieße ich sie jetzt auch nicht gleich, sondern nehme Sie erst mal mit.« Sie winkte mit der Glock 38 in Richtung Haustür. »Na los, Bewegung. Sie können mir vielleicht noch nützlich sein.«
Janna umklammerte entsetzt ihre Handtasche und wich rückwärts vor Susanne Krause zurück, bis sie die Haustür erreicht hatte.
Susanne nickte auffordernd. »Aufmachen. Und versuchen Sie nichts Dummes.«
»Okay … okay.« Jannas Stimme klang erstickt, ihr Herz pochte schmerzhaft gegen die Rippen. Mit zitternder Hand öffnete sie die Haustür und trat rückwärts nach draußen.
Susanne Krause folgte ihr mit ausdrucksloser Miene. »Na los, nicht so lahm. Mein Auto steht da vorne an der Straße. Stolpern Sie nicht über Peckert.«
Janna ging vorsichtig auf den reglosen Mann zu. Er schien tot zu sein, denn seine Augen waren weit aufgerissen und starrten ins Leere. Janna schluckte verzweifelt gegen Angst und Übelkeit an. Was sollte sie jetzt nur tun? Wie sollte sie Hilfe holen?
Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie ihre Handtasche im Arm hielt. Darin befanden sich die Peilsender der Kinder. Sie schluckte nervös.

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Wenn jemand Peckerts Leiche fand – und das konnte doch nicht so lange dauern, oder? – dann würde die Polizei hier auftauchen. Vielleicht konnte sie den Beamten einen Hinweis geben. Das Institut wurde über Polizeieinsätze informiert, ganz besonders, wenn ein Mann wie Peckert tot aufgefunden wurde.
In ihrem Kopf rotierten die Gedanken. Wie konnte sie der Polizei und damit dem Institut eine Nachricht hinterlassen?
»Da rüber.« Susanne wies nach links, wo eine schwarze Limousine am Straßenrand parkte. »Ein bisschen hurtig. Ich will hier keine Wurzeln schlagen.«
»Schon gut, ich gehe ja schon.«
»Was schleppen Sie da eigentlich mit sich herum?« Susanne trat auf sie zu und entriss ihr die Handtasche. »Ach, ein Handy.« Achtlos warf sie das Mobiltelefon zu Boden und schüttelte die offene Handtasche. »Plüschmäuse als Schlüsselanhänger? Wie alt sind Sie? Zwölf?« Verächtlich drückte sie Janna die Tasche wieder in die Hände. »Keine Waffe. Hätte mich auch gewundert. Rein da.« Sie riss die hintere Tür auf.
Erst jetzt bemerkte Janna, dass auf dem Beifahrersitz ein blonder Mann mittleren Alters saß. Er drehte sich nach hinten um und richtete zwischen den Vordersitzen hindurch ebenfalls eine Waffe auf sie, als sie sich auf die Rückbank gesetzt hatte.
Susanne klemmte sich hinters Steuer. »Tobi, du behältst die Süße im Auge. Macht sie eine falsche Bewegung, schießt du ihr ins Knie.«
Janna starrte entgeistert auf den Blonden und die Pistolenmündung, die er ihr vor die Nase hielt. Sie hatte sich beim Einsteigen auf den Riemen ihrer Handtasche gesetzt und zerrte nun umständlich daran, doch er hatte sich irgendwo im Gurtschloss verhakt. Also fasste sie vorsichtig hinter sich.
»Was wird das?« Tobi runzelte die Stirn.
Janna schluckte hektisch. »Ich hänge irgendwie fest.«
»Du meine Güte.« Susanne wandte sich ihr zu und verdrehte die Augen. »Nun setzen Sie sich schon ordentlich hin.«
»Ich hab’s gleich.« Janna fummelte verzweifelt am Riemen ihrer Handtasche, bis er sich schließlich löste. Dabei bemerkte sie etwas in ihrer Gesäßtasche und erinnerte sich, dass sie noch immer das Foto von Tills Plüschmaus-Anhänger bei sich trug. Wieder überschlugen sich ihre Gedanken. Sie hatte die Peilsender bei sich; die Krause hatte sie glücklicherweise nicht gesehen. Und jetzt dieses Foto … Vielleicht konnte sie damit einen Hinweis hinterlassen. Nur wie?
Susanne ließ bereits den Motor an.
Janna fasste einen Entschluss und hüstelte vernehmlich. »Ähm, mir wird schlecht.«
»Was?« Susannes Kopf fuhr erneut zu ihr herum.
»Übel. Mir wird übel. Ich bin doch nicht gewöhnt, Leichen zu sehen. Ich meine … Also, ich glaube, ich muss mich übergeben.« Während sie absichtlich herumstotterte, zog sie vorsichtig das Foto aus der Hosentasche und kratzte verzweifelt mit dem Fingernagel drauf herum. Hoffentlich funktioniert ihre Idee überhaupt. Falls nicht … »Kann ich noch mal nach draußen? Bitte, sonst übergebe ich mich gleich hier im Auto.« Sie bemühte sich, möglichst kläglich zu klingen.
Prompt stieß Susanne einen entnervten Laut aus. »Herrgott noch mal, machen Sie die Tür auf und kotzen Sie. Aber beeilen Sie sich gefälligst.«
»Danke.« Janna rückte umständlich näher an die Autotür, öffnete sie und beugte sich nach draußen.
»Wird’s bald?«
»Ich … weiß nicht. Ich kann nicht.« Hastig ließ Janna das Foto aus dem Auto fallen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand es finden würde, so wurde ihr bewusst, war entsetzlich gering. Vorsichtig richtete sie sich wieder auf. »Vielleicht war es doch nur falscher Alarm.«
»Mannomann.« Erbost schüttelte Susanne den Kopf. »Tür zu. Wir fahren jetzt. Wenn Sie doch noch kotzen müssen, dann in ihre Handtasche. Kotztüten habe ich leider nicht an Bord.« Der Motor heulte auf und im nächsten Moment schoss der Wagen auf die Straße. Durch das Seitenfenster konnte Janna sehen, wie das Foto hochgewirbelt wurde und auf dem Grasstreifen am Straßenrand landete.

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Bewegend und hochexplosiv

Drei Monate sind seit der Explosion der Yacht auf dem Rhein vergangen, bei der Janna Berg ihren guten Freund und Geheimdienstpartner Markus Neumann verloren hat. Seit dem verheerenden Unglück hat das Institut aus Sicherheitsgründen alle Verbindungen zu ihr unterbrochen.
Auch wenn es ihr schwerfällt, Markus zu vergessen, bemüht Janna sich, ihr altes Leben so gut wie möglich wiederaufzunehmen. Doch dann steht eines Tages ein gut aussehender Fremder vor ihrer Tür und bittet sie, ihm und dem Institut eine letztes Mal zu helfen. Widerstrebend willigt Janna ein und gerät schon bald in einen perfiden Wettlauf um Leben und Tod.

Hochspannung, gepaart mit einer emotionalen Achterbahnfahrt verspricht der furiose zweite Teil des großen Staffelfinales, das über die Zukunft der Spionin wider Willen entscheiden wird. Bitte anschnallen und gut festhalten!

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