Sneak Peek Codename E.L.I.A.S.Da meine Lektorin heute das fertige Manuskript zur Bearbeitung erhält, finde ich, dass der Zeitpunkt für einen neuen Sneak Peek in das dritte Abenteuer für Michael, Luke und Brianna gekommen ist. Erscheinen wird Codename E.L.I.A.S. – Doppelschlag allerdings voraussichtlich erst im Lauf des Oktobers, weil meine Korrektorin im September Urlaub macht und es einfach nicht anders zu schaffen sein wird. Aber so schrecklich lange ist das ja nun auch wieder nicht, oder?

Einen Hinweis, wer für Daniels Blessuren aus Spur aus dem Nichts verantwortlich ist, erhaltet ihr allerdings auch jetzt wieder nicht. Gemein, ich weiß. Aber ein paar Geheimnisse muss ich ja noch behalten, damit ihr das neue Buch dann auch wirklich kauft. :-D

Hier ein Blick ins 4. Kapitel

Luke stieß beeindruckt einen Pfiff aus, als er das schon etwas in die Jahre gekommene Lagerhaus betrat, an dessen Vorderseite mehrere »Betreten verboten«-Schilder sich mit Warnhinweisen abwechselten, dass das Gebäude gesperrt und einsturzgefährdet sei. Die Hintertür aufzubrechen, war keine große Kunst gewesen. Damit, dass sich im Inneren des baufälligen Gebäudes eine schnittige blaue Motoryacht von gut sechs Metern Länge verbergen würde, hatten sie allerdings nicht gerechnet.
Auch Brianna gab einen anerkennenden Laut von sich und näherte sich dem Boot vorsichtig. »Schickes Teil. Ich bin mal mit so einer gefahren. Nicht übel. Wendig und schnell.«
»Wer lässt dich denn ans Steuer von so einem Boot?«
»Ein Kunde.« Brianna grinste. »Ein sehr zufriedener Kunde.«
»Bewegst du dich jetzt auch im horizontalen Gewerbe oder was?«
Ihr Blick verfinsterte sich. »Das will ich mal überhört haben. Ich handele nicht mit menschlichem Fleisch. Weder fremdem noch meinem eigenen. Das und Drogen sind schon immer tabu für mich gewesen.«
Auch Luke betrachtete die Segelyacht von Nahem. Sie war auf einem speziellen Transportanhänger fixiert, den er nun trotz der Prothese, die über die Hälfte seines linken Fußes erstetzte, äußerst behände bestieg.
Brianna sah ihm zu, wie er ins Innere des Bootes kletterte und hörte ihn einen weiteren Pfiff ausstoßen.
»Das musst du dir ansehen! Heiße Ware ist dafür gar kein Ausdruck.«
Rasch hangelte Brianna sich ebenfalls an dem Anhänger hoch. Luke stand vor einem Sitz, dessen Rücklehne abmontiert worden war. Darunter befand sich eine offene Kiste mit Beuteln voller grüner, weißer und blauer Pillen. Auch verdächtiges weißes Pulver war in handlichen Päckchen abgefüllt. Sie wollte gerade nach einem davon greifen, um es sich näher anzusehen, als hinter ihnen vernehmlich eine Pistole entsichert wurde.
»Keine Bewegung oder ich schieße!« Die männliche Stimme kam vom anderen Ende der Halle und schwankte leicht.
Brianna und Luke hielten inne, richteten sich langsam auf und hoben gleichzeitig die Hände.
»Kein Scheiß, ich schieße wirklich, wenn sie irgendwas versuchen.«
Brianna kräuselte die Lippen und drehte sich ohne Hektik zu dem Mann um. Er war um die dreißig, vielleicht einen Meter fünfundsiebzig groß und schlank mit brauen Locken und Dreitagebart. Oder eher Fünftagebart. Seine Kleider sahen aus, als habe er mehrere Nächte darin geschlafen. Die Waffe, die er auf sie gerichtet hatte, war eine Glock 19. »Ganz ruhig, Andrew, wir wollen Ihnen nichts tun.«
»Sie gehören nicht zu den Kolumbianern.« Seine Stimme schwankte noch immer verdächtig. Er schien große Angst zu haben. »Sind Sie von der Polizei?«
»Nein.« Luke schüttelte den Kopf.
»Ganz sicher nicht«, bekräftigte Brianna lächelnd und schwang sich behände vom Boot herunter.
»Ich schieße!« Entgegen seiner Warnung wich Andrew ein paar Schritte zurück.
»Nein, tun Sie nicht.« Mutig ging Brianna auf ihn zu. »Sie haben Angst vor den Kolumbianern. Gehört denen das Boot und die heiße Fracht?«
Andrew schluckte hektisch. »Ich schwöre, ich wusste nicht, dass die mit dem Boot Drogen schmuggeln. Ich dachte nur, dass das ein scharfes Gerät ist und eine Stange Geld bringen könnte.«
»Und jetzt sind die Besitzer hinter Ihnen her.« Auch Luke schwang sich von der Yacht und kam vorsichtig näher.
»Ich wusste wirklich nicht, was das für Typen sind.« Die Pistole in Andrews Hand zitterte, doch dann straffte er sich wieder etwas. »Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir?«
Brianna und Luke wechselten einen kurzen Blick, dann übernahm sie das Wort. »Wir sind hier, um Sie ins Gefängnis zu bringen, Andrew. Sie haben Ihren Gerichtstermin verpasst.«
»Kopfgeldjäger? Scheiße.« Erneut zitterte seine Hand. »Ich bin am Arsch.« Er wedelte ein wenig mit der Waffe. »Ich kann jetzt nicht ins Gefängnis. Erst muss ich das Boot seinen Besitzern zurückgeben. Wenn ich es nicht tue, bringen sie mich um. Auch im Gefängnis. Die sind gnadenlos!«
»Sie wollen das Boot zurückgeben?« Luke runzelte die Stirn.
Brianna trat mit einer flinken Bewegung auf Andrew zu und hatte ihm im nächsten Moment die Pistole entwunden.
»Hey!« Entsetzt starrte er sie an.
Sie drehte die Waffe um, sodass sie das Magazin sehen konnte, und grinste.
Andrew fasste sich an die Stirn. »Tut mir leid, okay? Sie ist nicht geladen. Ich könnte nie jemanden erschießen. Aber was sollte ich denn machen? Die sind hinter mir her und wenn das mit der Übergabe schiefgeht, bin ich tot.«
»Übergabe?« Luke nahm Brianna die Pistole ab und musterte sie kurz, dann schob er sie zu seiner eigenen Waffe hinten in den Hosenbund.
»Ja. Ich habe denen eine Nachricht zukommen lassen, dass sie sich heute Abend ihr Boot abholen können. Mit allem, was drin ist.« Wieder rieb Andrew sich über die Stirn, dann über den ungepflegten Bart. »Bis dahin kann ich nicht ins Gefängnis gehen.«
Brianna musterte den verzweifelten Mann mit einem Anflug von Mitleid. »Vielleicht können wir Ihnen helfen.«
»Brianna!« Luke starrte sie empört an.
Sie erwiderte seinen Blick lächelnd. »Komm schon, wenn wir es nicht tun, ist der arme Kerl tatsächlich am Arsch.«
»Das ist nicht unser Auftrag, Bri!«
Sie hob die Schultern. »Und? Wenn wir unseren Auftrag stur ausführen, wird der arme Andrew vielleicht in seiner Zelle ermordet. Willst du das Risiko vielleicht eingehen?«
Luke stöhnte.
»Wie könnten Sie mir wohl helfen?« Mit einer Mischung aus Skepsis und Hoffnung blickte Andrew von Brianna zu Luke und wieder zurück.
»Indem wir verhindern, dass Sie bei dieser Übergabe draufgehen.« Brianna nahm Andrew am Arm und führte ihn zu einem Stapel Holzpaletten. »Setzen wir uns.«
»Verdammt.« Luke folgte ihnen.
Brianna setzte sich dicht neben Andrew und legte ihm eine Hand auf den Arm. »Erzählen Sie uns alles, was Sie über diese Kolumbianer wissen und was Sie mit Ihnen ausgemacht haben.
»Okay.« Andrew nickte nervös. »Ich wusste wirklich nicht, dass das Boot einem Drogenhändler gehört.« Er zögerte. »Rodrigo Ausilio.«
Luke hustete. »Die Ausilios sind eine große Nummer an der Westküste. Herzlichen Glückwunsch.«
»Das habe ich inzwischen auch erfahren.« Verzweifelt seufzte Andrew. Die haben mich ziemlich schnell aufgespürt und verfolgt. Ich hab dann den GPS-Tracker aus dem Boot entfernt. Das mache ich sowieso immer, bevor ich ein Boot weiterverkaufe. Ähm.« Er räusperte sich.
»Schon gut, das mache ich auch als erstes, wenn ich heiße Ware übernehme.« Brianna lächelte fein.
»Bri!« Als hätte er einen schmerzhaften Schlag einstecken müssen, stöhnte Luke und schüttelte den Kopf.
Sie zuckte mit den Achseln. »Was denn? Immerhin war er klug genug, den Tracker zu entsorgen. Sonst hätten sie ihn gleich gefunden und kaltgemacht.« Sie wandte sich wieder an Andrew. »Wie ging es dann weiter?«
»Sie haben mich in meiner Wohnung aufgespürt, also musste ich fliehen.«
»Hierher?«
»Ja.« Andrew nickte, schüttelte aber gleich darauf den Kopf. »Nein, zuerst war ich noch woanders. Ich wechsele den Standort täglich, nur für den Fall …«
»Sehr gut.« Brianna lächelte ihm zu. »Sie sind klüger, als Sie aussehen.«
»Danke. Äh …« Irritiert hielt Andrew inne und schien zu überlegen, ob Brianna ihn gerade gelobt oder beleidigt hatte.
»Und weiter?«, drängte Luke. »Sie haben dann mit Rodrigo Ausilio Kontakt aufgenommen?«
»Ja. Ich hab rausgefunden, wie man per E-Mail mit ihm in Kontakt treten kann, und ihm vorgeschlagen, dass er das Boot mit allem, was darin ist, heute Abend hier abholen soll.«
»Hier?« Brianna runzelte die Stirn.
»Nein, also nicht hier. Oder doch, schon hier, aber ich habe ihm den Ort noch nicht genannt. Ich wollte sichergehen, dass …«
»Sie haben ihm das per E-Mail angeboten?«, unterbrach Luke ihn. »Wann war das?«
»Vorhin. Vor einer Stunde ungefähr. Warum?«
Luke warf Brianna einen vielsagenden Blick zu. »Sagen Sie bitte, dass Sie das von einem anonymen Internetcafé aus gemacht haben.«
»Ich … äh, nein, von meinem Handy aus.«
Luke fluchte. »Schöne Scheiße.«
»Was meinen Sie?« Verunsichert sah Andrew ihn an.
Brianna seufzte unterdrückt. »Doch nicht so schlau, wie ich dachte. Andrew, die haben Sie vermutlich über Ihr Handy geortet.«
»Ich hab mein GPS ausgeschaltet.«
»Ein Handy lässt sich auch anderweitig orten.« Luke fuhr sich durch die Haare und sah sich um. »Wir müssen hier weg. Und lassen Sie Ihr Handy am besten gleich hier.«
Andrew holte mit betretener Miene sein Handy aus der Hosentasche, blickte es zögernd an und legte es dann auf den Palettenstapel.
»Ja, gehen wir.« Brianna erhob sich und zog Andrew mit sich auf die Füße.
In diesem Moment wurde das Brummen mehrerer Automotoren vor dem Lagerhaus laut. Bremsen quietschten, Türen klappten.
»Oh oh.« Brianna erstarrte. »Zu spät. Da sind sie schon.«

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