Ganz spontan habe ich euch gerade einen Mini-Textschnipsel aus meinem Manuskript zu Die Bastardtochter herauskopiert. Natürlich noch im Entwurfsstadium. ;-) Warum? Weil mir die Szene gerade so gut “aus den Fingern geflossen” ist und ich finde, sie ist wirklich nett.

Aber urteilt selbst: “Deutschunterricht” à la Enneleyn

»Palmiro, was haben wir eben geübt?« Sie beachtete Anton gar nicht, sondern hatte ihren Blick streng auf den Jungen gerichtet.
»Ähm, ichchch«, er strengte sich an, den ungewohnten Laut korrekt auszusprechen, »habe gedenkt …«
»Gedacht.« Sie fixierte ihn.
»Gedakt.«
»Gedacht.«
»Gedakcht …«
»Noch einmal, Palmiro. Gedacht.«
Anton schmunzelte. »Nun quält ihn doch nicht gar so.«
Sie funkelte ihn verärgert an. »Soll er unsere Sprache richtig lernen oder nicht?«
»Selbstverständlich, aber …«
»Dann mischt Euch nicht ein, Don Antonio. Also, Palmiro, noch einmal.«
»Ichchch habe gedakt … gedakcht – Madonna mia! – gedacht …«
»Sehr gut!«
»… Ihr böse auf mik … misch … mikch.« Verzagt blickte Palmiro zu Enneleyn auf, die jedoch keine Miene verzog.
»Mich. Es heißt ‘Ich habe gedacht, Ihr wäret böse auf mich.’«
»Mikch.« Palmiro fluchte auf Italienisch. »Mich. Ha!«
»Noch einmal den ganzen Satz.«
»Monna Enneleyn!« Der Junge seufzte aus tiefster Seele, dann versuchte er es erneut. »Ikch, nein. Ich … habe … gedak … gedacht, Ihr wäret böse auf mich.« Geräuschvoll atmete er aus und sah fragend zu Enneleyn hoch.
Sie erwiderte seinen Blick zunächst noch streng, dann erhellte ein warmes Lächeln ihr Gesicht. Sie beugte sich zu Palmiro hinab und drückte ihn kurz an sich. »Das hast du ganz ausgezeichnet gemacht. Lauf in die Küche und lass dir von Nese einen Honigwecken geben.«
Palmiro strahlte, seine Wangen röteten sich vor Stolz. »Danke, Monna Enneleyn! Ik … Ich laufe schnell.« Schon stob er davon.
Anton blickte ihm erheitert nach. »Ihr führt ein strenges Regiment in Eurer Lehrstube, Frau Enneleyn.«

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Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz bleibt ihr jedoch verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange. Schon bald stellt sich heraus: sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Ennelyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Nur sie weiß um seinen großen Plan … Nach «Eifelgräfin» und «Gewürzhändlerin» nun Teil drei der beliebten Reihe.

Buchvorschautext und Cover, Quelle: www.rowohlt.de

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Die Bastardtochter
Historischer Roman
Petra Schier

Rowohlt-Taschenbuch
ca. 480 Seiten
ISBN 978-3-499268-01-4
9.99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

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