Ich habe mich verliebt. Nein, nicht, was ihr schon wieder denkt! Immerhin bin ich glücklich verheiratet. Aber seit ich in meinem Manuskript zu Die Bastardtochter dem kleinen Mailänder Straßenjungen Palmiro begegnet bin, ist es um mich geschehen. Er ist frech wie Dreck, ein flinker Taschendieb und einfach herzallerliebst.

Bis vor wenigen Tagen wusste ich nicht mal, dass eine Figur wie er sich in mein Buch stehlen würde. Ich dachte, ich hätte den Plot soweit ausgearbeitet, doch dann kam es doch ein bisschen anders. Angefangen hat es mit einer unbedeutenden Szene. Ein gewitzter Straßenjunge überbringt Don Antonio (erratet ihr, wer das ist?) eine Nachricht. Was ich nicht geahnt habe, war, dass besagter Straßenjunge – Palmiro – innerhalb weniger Sätze als vielschichtige, spannende Figur vor meinem inneren Auge erscheinen würde, die danach verlangt (und war vehement), in der Geschichte zu bleiben.

Vor Jahren ist mir das schon mal mit einem wuscheligen staubfarbenen Hund passiert, der dann von meiner Romanheldin Adelina aufgenommen und mit dem schönen Namen Moses bedacht wurde. Nun ist es also Palmiro. Er kann ganz schön hartnäckig sein, wenn er etwas will, sei es nun, in die Geschichte hineinzukommen und dort zu bleiben, oder zum Beispiel, in Don Antonios Dienste aufgenommen zu werden. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird.

Solche Nebenhandlungen, die unvorhergesehen in einem Roman auftauchen, machen für mich das Schreiben erst so richtig spannend. Figuren, die lebendig werden und sich verselbstständigen, ihren eigenen Kopf haben. Das passiert immer wieder; ehrlich gesagt warte ich sogar bei jedem neuen Buch darauf. Denn sobald das geschieht, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und die Charaktere auch euch gefallen werden, liebe Leserinnen und Leser.

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Buchvorschautext und Cover, Quelle: www.rowohlt.de

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Die Bastardtochter

Historischer Roman
Petra Schier
Rowohlt-Taschenbuch, ca. 480 Seiten
ISBN 978-3-499268-01-4
9.99 Euro

Erscheint am 25. September 2015!

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