Die Vollendung des zweiten Bandes meiner Action-Thriller-Serie Codename E.L.I.A.S. stürmt geradezu in Riesenschritten näher. Es sind nur noch zwei Kapitelchen, dann bin ich mit dem Manuskript fertig.

Hört sich gut an? Ja, das finde ich auch. Zur Feier der Fast-Fertigstellung gibt es deshalb auch wieder einen Sneak Peek für euch.

Viel Vergnügen mit dem ungleichen Agenten-/Hehlerin-/Kopfgeldjäger-Trio!

Michael, Brianna und Luke sahen einander einen langen Moment schweigend an. Brianna sprach als Erste: »Und, hast du schon einen Plan, Michael?«
»Sollte ich?« Spöttisch hob er die Augenbrauen. »Du wolltest diesen Job unbedingt annehmen. Ich dachte, du beglückst uns mit einem Geistesblitz.«
»Ich könnte ein paar unregistrierte Maschinenpistolen besorgen. Mit denen räumen wir dann den Laden dieses Milan Hovkowicz erst mal auf.«
»Sehr witzig, Brianna.« Luke schnaubte abfällig.
»Warum? Meine Devise lautet: Erst schießen, dann die Fragen stellen. Ist sicherer und macht die wenigste Arbeit.« Sie hob die Schultern. »Meistens braucht es nämlich den Part mit dem Fragenstellen dann schon nicht mehr, weil sich die Angelegenheit in Wohlgefallen aufgelöst hat.«
»Wir können nicht einfach hingehen und Milan erschießen.« Michael ging zum Tisch zurück und sammelte die leeren Styroporschalen ein, um sie in den Abfalleimer neben der Tür zu werfen.
»Verdient hätte er es aber.«
»Mag sein, Bri, aber ich bin dafür, das mit dem Fragenstellen doch an den Anfang zu stellen. Zum Beispiel sollten wir herausfinden, für wen Milan arbeitet.«
»Richtig, Mike.« Luke warf Brianna einen triumphierenden Seitenblick zu. »Axel hat gesagt, Milan gab Tricia immer mal wieder ganz konkrete Anweisungen, welche Papiere sie an sich nehmen sollte. Also wusste er um deren Wert und wo sie sich genau befanden.«
»Was nur möglich ist, wenn er diese Informationen von jemandem erhalten hat«, übernahm Michael das Wort. »Sein Auftraggeber wahrscheinlich. Wir sollten herausfinden, wer das ist. Außerdem müssen wir herausfinden, ob Milan noch weitere seiner Angestellten unter Druck setzt und wen er bevorzugt bestehlen lässt.«
»Das wird uns Tricia sagen können.« Brianna ließ sich wieder auf ihrem Stuhl nieder. »Was denkst du, Michael, war das kaputte Auto ein Zufall? Und der plötzliche Wohnungswechsel?«
Michael trat an die Balkontür und blickte hinaus. »Die Waschmaschine vielleicht noch, aber die anderen Vorfälle klingen eher so, als habe Milan darauf hingearbeitet, Tricia zu rekrutieren. Als sie sich trotz allem weigerte, hat er mit dem Schmuck und den Diebstahlsvorwurf die Daumenschrauben angezogen.«
»Aber jemand wie Milan scheint mir nicht unbedingt die Kapazitäten zu haben, Wohnungseigentümer zu beeinflussen«, warf Brianna ein. »Ein Auto kann man manipulieren, aber dafür zu sorgen, dass ein Mieter so mir nichts, dir nichts vor die Tür gesetzt wird, ist schon ein anderes Kaliber.«
»Was ebenfalls dafür spricht, dass Milan mächtige Freunde oder Auftraggeber hat«, schloss Luke. »Ich werde ich mal umhören und ein bisschen nachforschen, was es mit Milan und seiner Firma auf sich hat. Sollte er Verbindungen zum organisierten Verbrechen haben, finde ich es heraus.« Er erhob sich wieder und ging zum Ausgang.
»Danke, Luke«, rief Michael ihm nach.
An der Tür drehte Luke sich noch einmal um. »Und dann besorge ich ein bisschen weiße Wandfarbe. Diese Graffitis beleidigen meine Augen.«
»Tu dir keinen Zwang an.« Nachdem sein Freund gegangen war, drehte Michael sich zu Brianna um, die lässig zurückgelehnt auf ihrem Stuhl saß, die Beine übereinandergeschlagen. Mit der rechten Hand spielte sie an ihren hellbraunen, fast glatten Haaren herum, die ihr nur knapp bis zu den Schultern reichten. Eine Strähne drehte sie wieder und wieder um ihren Zeigefinger. Er räusperte sich. »Bri, wäre es möglich, dass du dich auch mal ein bisschen umhörst? Jemand wie Milan wird sich vermutlich gerne Hilfe und Gesellschaft aus Gangsterkreisen suchen. Vielleicht weiß ja jemand von deinen, ähm, Geschäftspartnern etwas über ihn.«
»Sicher kann ich das tun.« Sie lächelte fein und klimperte mit den Wimpern.
»Möglicherweise brauchen wir auch ein bisschen Equipment. Abhörgeräte und so … Kommst du an so was heran?«
»Hm, im Augenblick ist das nicht ganz einfach. Der Markt ist schwierig.«
»Bri!« Er legte den Kopf schräg.
»Was ich auf die Schnelle besorgen kann, sind Einweghandys. Die tun‘s auch, wenn wir sie ein bisschen umfrisieren.« Ihr Lächeln vertiefte sich. »So wie damals in Berlin. Ein komplettes Hotel verwanzt …«
»Nur mit Mobiltelefonen«, vervollständigte Michael grinsend den Satz.
»Na ja, genau genommen waren auch ein paar TV-Fernbedienungen dabei. Aber es hat funktioniert.« Brianna erhob sich und ging mit schwingenden Hüften auf ihn zu.
»Ja, es hat funktioniert.« Michaels erster Impuls war, vor ihr zurückzuweichen. Sie bewegte sich mit einer katzenhaften Geschmeidigkeit, die seinen Blutdruck unversehens ansteigen ließ. Solche Komplikationen wollte er lieber vermeiden. Dennoch blieb er, wo er war. »Was sagt dein Dad dazu, dass du wieder mit mir … mit uns zusammenarbeitest?«
Sie blieb dicht vor ihm stehen und musste den Kopf trotz ihrer schwindelerregend hohen Schuhe noch leicht in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht blicken zu können. »Er weiß nichts davon.«
Seine Brauen wanderten wieder einmal in die Höhe. »Du hast es ihm nicht gesagt?«
»Es hat sich noch keine Gelegenheit ergeben.« Ihre Miene verdunkelte sich eine Spur. »Er ist mindestens so wütend auf dich wie Matt. Ich halte es für sinnvoll, die Sache diplomatisch anzugehen.«
»Eine deiner stärksten Eigenschaften«, frotzelte er.
»Ich kann auch mit der Tür ins Haus fallen und ihm sagen: Hey, Dad, stell dir vor, der Mann, der mit das Herz gebrochen und Matt ans Messer geliefert hat, ist wieder in der Stadt. Rein zufällig helfe ich ihm gerade, seine nicht mehr vorhandene Identität zurückzubekommen und nebenbei machen wir noch einen Job zusammen. Weißt du, was er dann tut? Er schnappt sich einen Baseballschläger und eine geladene 38er und sorgt dafür, dass von dir nur noch Kleinholz und ein paar Fett- und Blutflecken übrigbleiben.«
»Fett?«
»Na ja, vielleicht nur Blut. Aber davon eine Menge.«
»Er wird es früher oder später herausfinden.«
»Ja, und mir wäre später lieber. Was willst du, Michael? Soll ich dich zum gemütlichen Familienessen am Weihnachtsabend einladen? Mein Grandpa wird auch da sein, dann können sie dich wenigstens zu zweit fertigmachen.« In ihre Augen trat ein gefährliches Funkeln. »Jetzt wo du mich darauf bringst, könnte ich mir vorstellen, dass das vielleicht ganz spaßig wäre.«

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Nach wie vor ohne Identität, Job und Geld ist der ehemalige C.I.A.-Agent Michael Cavenaugh in seiner Heimatstadt Los Angeles gestrandet. Bis auf die mysteriöse Botschaft von E.L.I.A.S. auf einer Visitenkarte gibt es keinerlei Spuren oder Anhaltspunkte, die erklären, wer Michaels Leben zerstören will.
Um sich über Wasser zu halten, erklärt er sich bereit, der jungen Tricia Bloomberg zu helfen, die, ohne es zu wollen, in das Netz des Mafiosos Milan Hovkowicz verstrickt worden ist und sich nun keinen Ausweg mehr weiß. Michael und seine beiden noch verbliebenen Freunde Luke Tanner und Brianna Wagner versuchen gemeinsam, Hovkowicz‘ Machenschaften aufzudecken, müssen aber bald erkennen, dass sie sich damit in höchste Lebensgefahr begeben. Denn Milan Hovkowicz ist nicht die Spitze des Eisbergs.
Während die drei versuchen, ihr Leben und das von Tricia zu retten, taucht bei Michael ein Mann aus seiner Vergangenheit auf, der ihn auf eine Spur führt, die aus dem Nichts zu kommen scheint. Um ihr zu folgen, muss Michael sich entscheiden, ob er auf ein Angebot eingehen soll, dass seine Identität unwiderruflich und für immer auslöschen würde.

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