In den Montagsfotos hatte ich euch vor einiger Zeit berichtet, wie schwierig für mich die diesjährige Adventszeit ist, weil ich wegen der schrecklichen Ereignisse im Sommer so vollkommen neben mir stand und später dann so viel an allen möglichen Ecken und Enden geholfen habe, dass ich erst nicht schreiben konnte und dann … nicht richtig schreiben konnte. Also nicht mit der vollen Energie. Das hatte dazu geführt, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben fürchterlich ins Hintertreffen geraten bin und nicht mehr wusste, wo mir hinsichtlich meiner noch fertigzustellenden Manuskripte der Kopf steht.

Noch am selben Mittwoch (ja, genau, das Montagsfoto kam zwei Tage zu spät) schrieb ich die Programmleiterin bei Weltbild an, denn dort sollte ja im kommenden Frühjahr mein erster Rodderbach-Roman (Liebesroman mit Eifel-Setting) erscheinen. Ich erklärte ihr meine Situation und fragte, ob es möglich sei, die Abgabe des Manuskripts um einige Wochen zu verschieben. Das hätte zwar für mich trotzdem noch einiges an Stress verursacht, weil ich ja Anschlussprojekte habe, aber ich dachte, das sei immer noch besser als mich jetzt zu überschlagen und Tag und Nacht zu arbeiten.

Besagte Programmleiterin antwortete auch recht schnell und verständnisvoll, dass sie sich mit dem Verlagsteam beraten wolle, und nur wenig später kam dann der Vorschlag, den Titel einfach um ein Jahr auf April 2023 zu verschieben. Auf diese Weise hätte ich genügend Zeit, das Buch zu schreiben und müsse mich nicht so schrecklich stressen.

Als ich dies las, hätte ich fast geweint. Vor Dankbarkeit.

Ich kann nicht in Worte fassen, welch ein riesiger Felsbrocken mir in diesem Moment vom Herzen gepoltert ist!

Im nächsten Moment stellte sich so ein Gefühl ein, als würde ich kurzfristig schweben..

Erleichterung.

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich diesen Vorschlag sofort angenommen habe, auch wenn das bedeutet, dass ihr ein Jahr länger auf das buch warten müsst. Es geht einfach nicht anders.

Ich habe in fast 17 Jahren freiberuflicher Autorinnentätigkeit noch nie ein Buch so weit verschieben (lassen) müssen und auch nicht vor, daraus eine Gewohnheit zu machen. Im Gegenteil! Einmal in 17 Jahren reicht vollkommen und hoffentlich auch für die kommenden 17 Jahre (oder mehr).

Falls das jetzt jemand überlegt: Nein, ich hatte mich nicht mit zu vielen Buchprojekten übernommen. Es gab die üblichen Pufferzeiten zwischen den einzelnen Projekten, die aber natürlich nur “normale” Probleme des Alltags und ggf. eine Krankenphase einberechnet haben. Mit einer Katastrophe wie der Flut, die uns hier ereilt hat, konnte ja Anfang des Jahres niemand rechnen. Das war eine absolute Ausnahmesituation und ist es auch immer noch. Ebenso waren natürlich die Auswirkungen auf Seele, Psyche und auch auf den Körper nicht absehbar.

Warum nun aber gleich um ein ganzes Jahr verschieben. Hätten es nicht doch ein paar Monate getan?

Die Programmleitung von Weltbild erklärt es sehr einleuchtend: Wenn wir um einige Wochen/Monate verschoben hätten, dann wäre der nächste freie Programmplatz im August 2022 gewesen. Ein erfahrungsgemäß ganz schlechter Verkaufsmonat bei Weltbild. Sommer. Ferien. Ihr wisst schon. Alle übrigen Programmplätze waren schon besetzt. Das wäre also ein denkbar schlechter Start für diesen Roman gewesen, der ja als Auftakt einer ganzen Reihe geplant ist. Also lieber um ein ganzes Jahr verschieben, um dem Buch dann den bestmöglichen Start zu sichern, den es haben kann.

Ich bin dem Weltbild-Team so unsagbar dankbar für diese verständnisvolle Unterstützung und würde am liebten jedes Teammitglied persönlich umarmen. Geht natürlich nicht. Erstens, weil sie zu weit weg sind, und zweitens, weil die derzeitige Lage das ja auch (noch) nicht erlaubt. Aber vielleicht kann ich dann zumindest auf der Leipziger Buchmesse 2022 persönlich meinen Dank übermitteln, denn soweit ich weiß, wird Weltbild dort sein – und ich auch. ich habe nämlich vorgestern meine Karten für dieses Event reserviert.

Inzwischen habe ich nun auch endlich den nächsten Lichterhaven-Roman Nur eine Fellnase vom Glück entfernt ins Lektorat abgegeben und sogar schon wieder von dort zurück. Meine letzte Amtshandlung in schreiberischer Hinsicht für dieses Jahr ist, vor Weihnachten noch einmal den Text zu überarbeiten und wieder an meine Lektorin zur letzten Prüfung zu übersenden. Danach kann ich mir ein paar tage freinehmen.

Das Schönste an dieser ganzen Angelegenheit ist definitiv, dass ich, seit ich die Nachricht von Weltbild erhielt, jetzt doch allmählich in (Vor-)Weihnachtsstimmung komme. Ich habe jetzt einfach endlich die nötige “Luft” dazu, kann wieder atmen, entspannen, mich freuen.

Stress lass nach! Wortwörtlich. :-)

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