Ab heute ist der erste Band meiner neuen Pilger-Trilogie im Buchhandel erhältlich, deshalb möchte ich euch die drei zentralen Hauptfiguren einmal näher vorstellen:

Palmiro ist ein kluger, feinfühliger Mann mit einer ganz besonderen Gabe, die ihn sowohl stark als auch verletzbar macht. Er ist zugleich vom Glück gesegnet und vom Schicksal verfolgt. Daraus ergibt sich ein hochemotionales Spannungsfeld innerhalb dieser Figur, das mir in gleichem Maße Freude wie Kopfzerbrechen beim Schreiben bereitet hat. Ganz besonders mag ich an ihm sein unerschütterliches Vertrauen in Gott und das Gute im Menschen. Und dass ihm oft der Schalk im Nacken sitzt.

Conlin, Palmiros guter Freund und Weggefährte, ist ebenfalls eine sehr facettenreiche Figur: Glücksritter und verstoßener Sohn; unabhängiger Freigeist und gleichzeitig doch bodenständig und mit viel Verantwortungsbewusstsein, auch wenn er das selbst nicht gerne zugibt. Obwohl – oder gerade, weil – sein Vater ihm alle Privilegien vorenthalten hat, geht ihm die Familie über alles. Er ist in sich zerrissen und muss seinen Weg und seine Berufung erst noch finden und erkennen und akzeptieren, wer er ist und wie seine Bestimmung aussieht. Dieser innere Kampf, den er ausficht, macht ihn für mich zu etwas ganz Besonderem.

Reinhild ist auf den ersten und auch auf den zweiten Blick eine so wunderbare, liebenswürdige Frau, die alles zu haben scheint – bis es ihr genommen wird. Dann erst, mit der Zeit, während sie die Scherben ihres Lebens einsammelt, erkennt man, dass diese freundliche, zurückhaltende Frau vieles vor der Welt verbirgt, um sich selbst und ihre Familie vor Schmach und Schande zu schützen. Sie wirkt stets ausgeglichen und zufrieden auf ihre Mitmenschen, doch in ihrem Herzen sieht es ganz anders aus. Auch sie kämpft einen Kampf – für ihren Sohn, für ihre Familie, doch ihr eigenes Herz könnte dabei auf der Strecke bleiben. Dieser komplexe Charakter ist an sich schon spannend und liebenswert, noch mehr allerdings, weil Reinhild auch ein großes Potenzial hat, sich zu entwickeln. Das macht sie für mich zu einer nahezu perfekten Romanfigur.

Dieses Buch hat mehr als nur drei Hauptfiguren

Ja, tatsächlich rücken im Lauf der Geschichte (und auch in den kommenden beiden Bänden) noch weitere Figuren in den Fokus des Geschehens. So zum Beispiel Mathys le Smithy und Oswald vom Langenreth, Conlins älterer Bruder.

Mathys ist eine Figur, die mich einiges an Anstrengung gekostet hat, allerdings weniger aufgrund seiner Persönlichkeit, sondern vielmehr, weil er jemand ist, über den die Leser:innen von Anfang an deutlich mehr wissen als die übrigen Romanfiguren. Rein handwerklich war es oftmals nicht ganz einfach, diese Gratwanderung hinzubekommen und beiden Seiten gerecht zu werden.

Von Oswald, Conlins Bruder, nimmt vielleicht so mache:r Leser:in an, er sei einer der “Bösen”. Ich kann das sogar nachvollziehen, wenn man von der Prämisse ausgeht, dass “böse ist, wer Böses tut”. Für mich ist Oswald aber viel mehr und auch eine dieser vielschichtigen Figuren, die man eigentlich nicht wirklich einer “Schublade” zuordnen kann. Er ist beileibe kein Engel und sicherlich jemand, den man mit Hingabe hassen kann. Solche Figuren liebe ich persönlich ganz besonders, vor allem dann, wenn sie einen an mancher Stelle vollkommen überraschen und wenn sie erkennen lassen, dass auch sie menschlich sind und dass es Gründe gibt, aus denen sie sich in eine bestimmte Richtung entwickelt haben. Manch eine Untat, die auf Oswalds Kerbholz geht, war für mich durchaus schwierig zu (be)schreiben, weil ich wusste, dass, je übler er sich aufführt, desto mehr die Leser:innen ihn wahrscheinlich hassen werden. Wie gesagt, das ist verständlich, aber ich hoffe, dass ich es dennoch geschafft habe, ihn nicht als den Erzbösewicht darzustellen, der er eigentlich gar nicht ist.

Mit dieser eher ungewöhnlichen Vorstellung meines neuen Romans hoffe ich, euch neugierig gemacht zu haben und natürlich Lust, das Buch zu lesen. Wenn ihr das gerne tun möchtet, kauft es am besten JETZT irgendwo im Buchhandel, ob vor Ort oder online. Selbst wenn ihr noch nicht sofort Zeit zum Lesen haben solltet: Kauft es JETZT!

Denn ihr wisst ja (hoffentlich): Jedes verkaufte Buch zählt, vor allem gleich nach Erscheinen des Buches. Je mehr Bücher in kurzer Zeit verkauft werden, desto besser für die Autorin und ihre zukünftige Platzierung in den kommenden Verlagsprogrammen. In dieser Hinsicht zähle ich auf euch!

Selbstverständlich dürft ihr euch auch gleich das wunderbare Hörbuch schnappen. Ich kann es euch nur empfehlen. Brigitte Carlsen ist eine geniale Sprecherin.

Ich wünsche euch viel Vergnügen und spannende Unterhaltung mit Das Kreuz des Pilgers!

Und vergesst bitte nicht meine drei Benefizlesungen, die am 26., 27. und 28. August 2021 auf Zoom stattfinden werden. Sichert euch jetzt ein Ticket und tut damit ein gutes Werk!

1379: Im Schutz einer Handelskarawane wollen Reinhild und ihr Gemahl in ihre Heimat Koblenz zurückkehren. Als sie von einer marodierenden Räuberbande überfallen werden, entgeht Reinhild nur knapp dem Tod, während für ihren Mann jede Hilfe zu spät kommt. Langsam erholt sie sich von den schrecklichen Ereignissen, doch sie weiß: Um ein Auskommen für sich und ihren Sohn zu haben, wird sie wieder heiraten müssen. Ein Gedanke, der ihr Angst macht. Trotzdem wird ihr immer klarer, dass es nur einen Mann gibt, der dafür für sie in Frage kommt – auch wenn sie sicher ist, dass ihr Vater diese Verbindung niemals gutheißen wird.


Das Kreuz des Pilgers

Petra Schier

Historischer Roman
HarperCollins
525 Seiten
ISBN 978-3749901-58-6
11,- Euro / eBook 8,99 €

Ab sofort als Taschenbuch, eBook und ungekürztes Hörbuch überall im Buchhandel erhältlich.

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