Ja, ich weiß, ihr wartet schon wieder viiiiel zu lange auf das nächste Abenteuer von Markus und Janna. Aber leider wird es noch ein kleines bisschen dauern, bis das Buch fertig geschrieben, lektoriert, korrigiert, gesetzt und veröffentlicht ist. Ich tue, was ich kann, aber hexen geht leider noch nicht und immer kommt etwas dazwischen, meistens Verpflichtungen, die mit meinen Verlagsbüchern zu tun haben.

Als kleines Trostpflaster und damit ihr seht, dass ich wirklich schon am Text arbeite, habe ich euch jetzt mal wenigstens einen ersten Sneak Peek herausgesucht. Er ist aus dem ersten Kapitel, erste Szene. Viel Vergnügen! ;-)

Bonn, Rheinaue
Wasserfall
Donnerstag. 23. August, 11:15 Uhr

»Das war ja eine tolle Idee.« Halb lachend, halb fluchend schüttelte Janna sich und rieb sich gleich darauf bibbernd über die Oberarme. »Ich werde mich so was von erkälten!«
»Quatsch, wir haben mindestens vierundzwanzig Grad. War doch erfrischend, die Dusche.« Auch Markus schüttelte sich lachend. »Komm, beeilen wir uns. Unsere Zielperson ist jetzt eh auf und davon.« Grinsend deutete er in die Richtung, in der ungefähr der Rheinaue-Parkplatz lag. »Sehen wir zu, das wir ein paar trockene Klamotten finden.«
Janna folgte ihm seufzend und im Laufschritt den von Spaziergängern bevölkerten Weg entlang. Mehrfach ernteten sie verwunderte, amüsierte oder auch befremdete Blicke der Parkbesucher. »Hast du ein Handtuch oder so was im Auto?«
Markus warf ihr einen vielsagenden Seitenblick zu. »Sehe ich aus, als würde ich Handtücher mit mir herumkutschieren?«
»Ich dachte, als Agent müsse man allzeit bereit sein.«
Markus lachte wieder. »Das verwechselst du mit den Pfadfindern.«
»Vielleicht, weil ich Pfadfinderin bin.« Fröstelnd zupfte Janna an ihrem bunt gemusterten, völlig durchnässten T-Shirt herum. »In meinem Kofferraum liegt immer zumindest eine Decke. Ein Handtuch meist auch, wenn ich mit den Kindern in den Freizeitpark fahre oder wenn wir Bella mit dabei haben.«
»Hm, toll, Handtuch mit Hundemief. Das würde mir jetzt noch fehlen.« Mit gespreizten Fingern fuhr Markus sich durch sein kurzes, dunkelbraunes Haar. »Wenigstens wissen wir jetzt, dass Breslau sich mit jemandem aus dem Honorarkonsulat der Republik Togo trifft. Das können wir den Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung sieben weitergeben. Sollen die sich dann weiter darum kümmern. Ich hasse solche Aushilfsarbeiten, aber Walter hat ja unbedingt darauf bestanden, dass wir die Observierung übernehmen.«
»Ja, damit ich ein bisschen Praxis bekomme.« Janna schüttelte ihr lockiges, kupferrotes Haar und entwirrte es notdürftig mit den Fingern. »Wenn ich gewusst hätte, dass ich eine Gratis-Freiluftdusche dazu erhalte, hätte ich eine Regenjacke mitgenommen.«
Sie hatten sich, um sich während ihrer Observierung eines potenziellen ausländischen Spions ganz rasch außer Sichtweite zu bringen, gegen die Steinmauer am Jupiter-Wasserfall gedrängt, damit sie vom Weg, der oberhalb vorbeiführte, nicht entdeckt werden konnten. Der Wasserfall war wegen Wartungsarbeiten an der Pumpe abgeschaltet gewesen, doch ausgerechnet in dem Moment, in dem sie sich wieder aus der Deckung hatten begeben wollen, war das Wasser angeschaltet worden.
»Berufsrisiko.« Obwohl auch Markus vor Nässe triefte, nahm er die Sache deutlich gelassener als sie. Er hatte sein Smartphone hervorgeholt und tippte beim Laufen eine Kurznachricht. »So, Melanie weiß schon mal Bescheid. »Wenn wir Glück haben, können wir uns den Rest des Tages freinehmen. Im Moment ist ja nicht viel los.« Ein Signalton verriet, dass er eine Nachricht erhalten hatte. Als er sie aufrief, runzelte er die Stirn. »Mist. Bürodienst. Walter verlangt noch heute den Observierungsbericht und meine Spesenabrechnung vom letzten Monat.«
Janna ließ von ihren Haaren ab. »Hast du die immer noch nicht fertig?«
»Hey, ich bin vielbeschäftigt.«
»Aber nicht in den letzten drei Tagen. Seit der Sache in Köln am vergangenen Wochenende hatten wir doch kaum etwas zu tun.« Mit einer Mischung aus Schauder und Stolz dachte Janna an ihren letzten gemeinsamen Fall zurück, bei dem sie in eine wilde Verfolgungsjagd verwickelt gewesen war. Sie hatte Blut und Wasser geschwitzt, sich aber so gut geschlagen, dass Walter Bernstein, ihr Vorgesetzter, sie ausdrücklich gelobt hatte.
Da für die neue Abteilung sieben A, in der momentan nur Markus und sie eingeteilt waren, noch keine weiteren Aufträge vorlagen, halfen sie ihren Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung sieben mit Handreichungen und Aushilfsarbeiten aus – so wie heute Vormittag. Walter Bernstein wollte sichergehen, dass Janna, die ja erst seit Kurzem fest im Institut angestellt war, ausreichend Training und praxisbezogene Erfahrungen sammelte. Deshalb hatten sie in den letzten Tagen mehrmals Observierungsschichten oder Kurierdienste übernommen. Sie fand diese Tätigkeiten noch aufregend, doch Markus langweilte sich wahrscheinlich die meiste Zeit dabei. Er hatte ihr schon mehrmals erklärt, dass Geheimdienstarbeit zum größten Teil aus langwierigen Observierungen und dem schnöden Sammeln von Informationen bestand – meistens vom Schreibtisch aus. Dass sie beide in den letzten Monaten häufig in aufregende und manchmal auch extrem gefährliche Abenteuer verwickelt worden waren, war teils Zufall, teils aber auch der Tatsache geschuldet, dass Markus bislang als Soloagent so gut wie immer die besonders schwierigen Fälle übernommen hatte. Nun war er wegen seiner Erfolge zum Leiter der neuen Subabteilung von Walter Bernstein ernannt worden. Die Abteilung sieben beschäftigte sich mit der Terrorabwehr und dem internationalen Verbrechen. Laut neuester Verlautbarungen aus der Chefetage würde ihnen in Kürze auch die Abteilung für Wirtschaftskriminalität angegliedert werden. Um zu gewährleisten, dass besonders ungewöhnliche oder knifflige Fälle oder auch solche, die sich nicht in eine einzelne Kategorie einordnen ließen, mit der gebotenen Sorgfalt bearbeitet wurden, war die Abteilung sieben A gegründet worden. Janna war schon gespannt darauf, wie sich ihre Zusammenarbeit mit Markus zukünftig gestalten würde und ob ihnen vielleicht bald noch weitere Teammitglieder zugeteilt werden würden. Bislang hatten Sie das zweite Obergeschoss des Institutsgebäudes in der Bonner Kayserstraße ganz für sich allein.
»Privat hatte ich einiges um die Ohren.« Da sie den Parkplatz erreicht hatten, zog Markus seinen Autoschlüssel aus der Hosentasche und betätigte die Fernbedienung des dunkelgrauen BMW X3, den er seit Kurzem als Ersatz für seinen geschrotteten Sportwagen fuhr.
»Mit Celine?« Rasch ließ Janna sich auf den Beifahrersitz gleiten, hob aber gleich wieder ihren Po leicht an und verzog kläglich die Lippen. »Ich werde Wasserflecken auf deinen Polstern hinterlassen.«
»So lange es bloß Wasser ist. Das trocknet doch wieder.« Markus klemmte sich hinters Steuer und ließ den Motor an. Augenblicke später befanden sie sich bereits auf dem Weg zum Institut. »Wie kommst du auf Celine?«
»Ich dachte, sie ist deine Freundin.« Aufmerksam musterte sie Markus von der Seite. Auch nass sah er wie immer umwerfend aus mit den kantigen Gesichtszügen. Er trug heute einen Zweitagebart, weil er, wie er angedeutet hatte, am Abend zuvor lange ausgegangen war und heute Morgen verschlafen hatte. Sein graues Freizeithemd betonte die breiten Schultern, die schwarzen Jeans seine schmalen Hüften und langen, kräftigen Beine. Sicherheitshalber hielt Janna sich nicht allzu lange mit ihrer Musterung auf, weil sie die Erfahrung gemacht hatte, dass sein Anblick ihrem Hormonhaushalt alles andere als guttat. Das war der einzige Minuspunkt, den sie ihrer neuen Stellung im Geiste gab – mal abgesehen von der Gefahr, in die sie gelegentlich gerieten. Sie bekam die unwillkürlichen Regungen ihres Körpers in seiner Gegenwart nicht ausreichend in den Griff. Dabei waren sie vollkommen überflüssig und irrational. Sie war mit Markus inzwischen sehr gut befreundet – andernfalls hätte sie wohl niemals einer so engen Zusammenarbeit mit ihm zugestimmt, doch mehr war zwischen ihnen nicht. Er war mitnichten der Typ Mann, der in ihr Leben passte, und umgekehrt war sie noch viel weniger sein Typ.
»Sie ist nicht meine Freundin. Wir sehen uns ab und zu und … na ja.«
»Ihr schlaft miteinander.«
»Wenn es sich ergibt.« Er zuckte mit den Achseln. Das heitere Grinsen von zuvor war von seinen Lippen verschwunden. »Ich hatte eine Auseinandersetzung mit meinem Vater.«
»Oh.« Betroffen verzog sie die Lippen, Sie wusste, dass die Beziehung der beiden Männer kompliziert war. »Das tut mir leid. War es wieder wegen der Stelle, die er dir beim BKA geben will?«
Geräuschvoll stieß Markus die Luft aus. »Die ist vom Tisch. Jetzt hat er sich auf alle möglichen Ratschläge verlegt, seit er erfahren hat, dass ich zum Teamleiter befördert wurde. Ich hätte wissen müssen, dass mir das Ärger einbringt.«
Irritiert runzelte Janna die Stirn. »Warum denn Ärger? Dein Vater hat doch als Kriminaldirektor jede Menge Erfahrung im Leiten von Abteilungen und Teams. Bestimmt kann er dir wertvolle Tipps geben.«
Der Blick, der sie traf, hätte tödlicher nicht sein können. »Wenn ich jemand wäre, dem wie meinem Vater die Korinthen in Massen aus dem A…, aus dem Hintern fallen, dann vielleicht.«
»Liebe Zeit.« Janna unterdrückte ein Schmunzeln. »Bestimmt meint er es nur gut.«
»Und treibt mich damit in den Wahnsinn.«
Nun musste sie tatsächlich lachen. »Das tun Eltern nun mal. Er hat dich lieb und will, dass du erfolgreich bist.«
Markus hustete und verriss dabei beinahe das Lenkrad. »Mein Vater will die größtmögliche Kontrolle über mich ausüben, so wie immer. Nicht mehr und nicht weniger.«
Janna runzelte die Stirn. »Glaubst du das wirklich?«

Inseln weinen nicht

Fall 14 für Markus Neumann und Janna Berg

Mila Roth

Taschenbuch, ca. 186 Seiten
ISBN folgt
7,99 Euro

eBook (Kindle/mobi, EPUB)
ISBN EPUB folgt
2.99 Euro

Erscheint voraussichtlich im Juni/Juli 2021

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