Sneak Peek Spionin wider WillenBraucht ihr zum Wochenende einen kleinen romantischen Anschub? Oder überhaupt? Dann habe ich heute etwas ganz Besonderes für euch und speziell für all jene, die mich immer wieder damit löchern, ob und wenn ja, wann es denn mit Jannas und Markus’ “Beziehung” weitergeht. Dazu kann ich nur sagen: Es tut sich was. Und was genau, das solltet ihr jetzt ganz rasch selbst lesen.

Ich bin schon gespannt, wie ihr den neuen Sneak Peek findet. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr mir am Ende einen Kommentar hinterlassen.

Aus dem 7. Kapitel

Während er sich die Zähne putzte und eine kurze Katzenwäsche absolvierte, beruhigte er sich allmählich und fand sein inneres Gleichgewicht wieder. Als er das Bad verließ, brachte er sogar ein gleichmütiges Lächeln zustande, das rein gar nichts über die Gedanken verriet, die ihn gerade umgetrieben hatten und die er nun rigoros beiseiteschob. »Also auf die Dusche morgen früh freue ich mich jetzt schon. So groß das Zimmer hier auch ist, aber am Bad haben sie ordentlich gespart. Die Duschkabine ist doch wohl eher etwas für Zwerge, meinst du nicht auch?«
Janna saß wieder im Schneidersitz auf dem Bett und ließ die Schultern kreisen. »Für mich wird sie gerade noch ausreichen. Du musst dich halt ein bisschen zusammenfalten. Die meisten Männer sind nicht so groß wie du.«
Er näherte sich langsam dem Bett. »Trotzdem gibt es einen Stern Abzug für diese Mini-Nasszelle.« Sein Blick fiel auf den Fernseher. »Was gucken wir da eigentlich?«
»An Affair to Remember
»Was?«
Janna lachte. »Die große Liebe meines Lebens
»Ach du Scheiße.«
»Kennst du den nicht? Cary Grant und Deborah Kerr. Total romantisch. Ich hab diesen Film durch Schlaflos in Seattle kennengelernt.«
»Zu Hilfe!«
Wieder lachte sie. »Hey, du hast diesen Sender ausgesucht. Jetzt musst du auch damit leben.«
Als sie sich wiederholt über den Nacken rieb, kniete er sich, ohne weiter darüber nachzudenken, hinter sie auf die Matratze und begann, ihre Schultern und den Hals zu massieren.
Sie zuckte heftig zusammen und er spürte, wie sie sich für einen kurzen Moment regelrecht versteifte. Das hätte ihn warnen sollen, doch er ließ seine Hände an Ort und Stelle.
Sie schluckte hörbar. »Was wird das?«
»Eine Massage, was dachtest du denn?« Er konzentrierte sich darauf, das Gefühl ihrer warmen, weichen Haut unter seinen Fingerspitzen vollständig zu ignorieren. »Du bist total verspannt. Kein Wunder nach der langen Autofahrt. Ich will verhindern, dass du morgen einen steifen Hals hast. Je nachdem, was uns noch bevorsteht, wäre das nämlich mehr als hinderlich.«
»Okay.« Sie entspannte sich wieder etwas, aber er wurde den Verdacht nicht los, dass sie sich dazu zwang.
Beharrlich strich er mit den Fingerspitzen über ihren Nacken und die verhärteten Muskeln rund um ihre Schultern. Dabei hielt er seinen Blick fest auf den Bildschirm gerichtet, obwohl er von dem Film nicht das Geringste mitbekam. »Was sagen deine Eltern eigentlich dazu, dass dir vom Institut eine Festanstellung angeboten worden ist?«
»Nichts. Ich habe es ihnen noch nicht gesagt.« Janna drehte ihren Kopf vorsichtig nach links und nach rechts. »Ich will nicht, dass sie versuchen, mich zu beeinflussen. Tariflohn für Angestellte im öffentlichen Dienst, geregelte Arbeitszeiten und so weiter. Für sie würde so eine Stelle ganz wunderbar klingen.«
»Was sie aber gar nicht ist?«
»Wunderbar?« Sie schwieg kurz. »So würde ich die Arbeit für euch nicht gerade bezeichnen.«
»Autsch.« Er lachte. »Schon gut, ich weiß, was du meinst.«
»Spannend und interessant, aber ja, auch ziemlich gefährlich. Das können meine Eltern natürlich nicht wissen, deshalb sage ich ihnen lieber nichts, bis ich mich entschieden habe.«
»Hast du das noch nicht?«
»Nein.« Sie drehte den Kopf, bis sie ihn ansehen konnte. »Erstaunt dich das?«
»Überhaupt nicht.«
Sie blickte wieder nach vorne. »Wenn ich zusage, würden vermutlich noch mehr von diesen Tests auf mich warten, oder? So wie gestern?«
»Das ist sehr wahrscheinlich.«
»Und irgendwelche Schulungen. Davon hat Herr Bernstein doch gesprochen.«
»Selbstverteidigung dürfte dabei an vorderster Stelle stehen, aber sicherlich auch Kurse, in denen dir etwas über die Strukturen und die Arbeit des Instituts vermittelt wird.«
»So etwas gibt es bei euch?«
»Irgendwie müssen unsere Mitarbeiter ja die Grundlagen lernen. Agent ist zwar kein regelrechter Ausbildungsberuf, aber es gibt schon eine ganze Reihe von Lehrgängen, Seminaren, Trainings …«
»Aber ich bin doch gar keine Agentin.«
»Auch für die zivilen Angestellten gibt es Weiterbildungen.«
»Ich weiß wirklich nicht, ob das etwas für mich ist. Ich muss schließlich auch an Susanna und Till denken. Die beide kommen nach den Sommerferien in die vierte Klasse und dann müssen wir entscheiden, auf welche weiterführende Schule sie gehen sollen. Die Sache mit der Dreiviertelstelle und Gleitzeit und so … Das ist alles gut und schön, aber ich bin jetzt schon ziemlich oft für euch auf Achse, und wenn es noch mehr wird, weiß ich nicht, ob das so gut für die Kinder ist. Meine Eltern kümmern sich zwar immer gerne um die beiden und beschweren sich nie. Auch jetzt nicht, obwohl dieser Einsatz ziemlich kurzfristig war.« Sie stockte und sog hörbar die Luft ein. »Entschuldige.«
Verwundert hielt er inne. »Wofür?«
»Ich rede schon wieder ohne Punkt und Komma.«
»Ist mir gar nicht aufgefallen.« Langsam nahm er die Massage wieder auf. Er hatte tatsächlich nicht bemerkt, dass Janna in ihren berüchtigten Redestrom verfallen war. Anscheinend hatte inzwischen ein Gewöhnungseffekt bei ihm eingesetzt. Da sie darüber hinaus durchaus nachvollziehbar argumentiert hatte, war es auch nicht nötig gewesen, die wichtigen Informationen aus dem Wust an Wörtern herauszufiltern. Etwas, das ihm mittlerweile recht gut gelang.
»Es ist eine blöde Angewohnheit.«
»Es gibt schlimmere.« Mit sanften Druck ließ er seine Daumen links und rechts neben ihrer Halswirbelsäule auf und abstreichen. »Geht es deinem Nacken etwas besser?«
Janna seufzte wohlig. Inzwischen hatte sie sich ganz eindeutig entspannt. »Wenn ich jetzt ja sage, hörst du bestimmt auf zu massieren.«
»Nicht zwangsläufig.«
Sie lachte leise und blickte für eine Weile schweigend auf den Fernseher. »Es ist irgendwie nicht richtig.«
»Dass ich dich massiere?«
Sie schüttelte leicht den Kopf. »Nein. Ich meine, es gehört zwar bestimmt nicht zu deinen Aufgabenfeldern als Agent …«
»Ach, weißt du, da bin ich flexibel.«
»Kann ich mir denken.«
Er hielt erneut inne. »Wie soll ich das denn verstehen?«
»So, wie ich es gesagt habe. Ich bin sicher nicht die erste Frau, der du den Nacken massierst. Dazu machst du das zu gut.«
Zögernd setzte er die Massage wieder fort. »Ich weiß nicht, ob ich mich geschmeichelt oder beleidigt fühlen soll.«
Sie lachte. »Geschmeichelt. Ich habe schließlich kein Monopol auf deine Hände und ich bin ganz bestimmt nicht eifersüchtig auf die Frauen, denen du deine Dienste sonst noch angeboten hast … oder noch anbieten wirst. Es erinnert mich nur daran, aus was für verschiedenen Welten wir kommen.«
Er war froh, dass sie es so sah, und ein wenig irritiert. »Dann würdest du mir umgekehrt nicht den Nacken massieren?«
»Doch, warum denn nicht?«
»Keine Ahnung. Du hast gesagt, das hänge mit unseren verschiedenen Lebenswelten zusammen.«
»Doch nicht die Massage an sich, sondern … Ach, vergiss es, das ist mir heute Abend zu kompliziert.« Sie lachte. »Was ich eben meinte, war etwas ganz anderes. Ich finde es nicht richtig, dass dieser Mikolaj und seine Schwester hier in Krakau so ganz auf sich allein gestellt sind.«
»Ich habe dir doch auf der Strecke nach Breslau ausführlich erklärt, dass ihre Eltern beide im Gefängnis sitzen.«
»Ja, wegen Datendiebstahls und Geheimnisverrats und was nicht alles. Aber ist das vielleicht in Ordnung? Sie setzen zwei Kinder in die Welt und lassen sie dann praktisch im Stich, um … um …«
»Um Daten zu stehlen und illegale Software zu programmieren.«
»Ja.«
»Vielleicht sehen die beiden das anders. Und Mikolaj und Maja möglicherweise auch.« Er rückte ein wenig hin und her, um eine bequemere Position zu erlangen. »Immerhin scheint zumindest Mikolaj in die Fußstapfen seiner Eltern zu treten.«
»Als Hacker.«
»Ja. Obwohl er einen anderen Weg eingeschlagen hat, indem er sich quasi mit der Regierung verbündet hat.«
»Und trotzdem kümmert sich jetzt niemand um die beiden.«
»Sie haben sich der Fürsorge und dem Jugendamt erfolgreich entzogen. Mikolaj ist volljährig, ihn kriegen sie nicht mehr zu fassen.«
»Aber Maja ist erst zwölf.« Janna begann, an einer ihrer Locken zu spielen. »Ich kann zwar verstehen, dass sie lieber bei ihrem Bruder ist als vielleicht bei fremden Menschen in einer Pflegefamilie oder so, aber sie hat doch Verwandte.«
»Die bereit sind, sie aufzunehmen, wie du weißt.«
»Aber sie versteckt sich lieber hier in Krakau in weiß der Himmel was für einer Absteige.«
»So schlimm wird es schon nicht sein. Soweit ich über Mikolaj Walczak informiert bin, hat er es sicher einzurichten gewusst, dass sie einigermaßen ordentlich untergebracht sind.«
»Trotzdem, es fühlt sich so falsch an, dass er für die Regierung arbeitet und sich trotzdem so versteckt halten muss. Warum eigentlich für die deutsche Regierung und nicht für die polnische?«
»Wahrscheinlich, weil die beiden in Deutschland geboren und aufgewachsen und erst vor einiger Zeit in Polen untergetaucht sind. Sie werden sich mehr als Deutsche fühlen, nehme ich an.«
»Ja, wahrscheinlich.« Janna seufzte wieder und reckte sich ein wenig. Dann lehnte sie sich zu Markus‘ grenzenloser Überraschung mit dem Rücken gegen seine Brust. »Du bist ein ziemlich talentierter Masseur. Falls du mal einen Berufswechsel anstreben solltest, hättest du hier ganz eindeutig eine Alternative.«

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Wieder einmal soll Janna Berg den Geheimagenten zur Tarnung als seine Freundin begleiten. Zunächst sieht alles nach einer ganz einfachen Mission aus, doch dann bemerken die beiden, dass sie verfolgt werden. Als sie in Krakau auf Mikolaj treffen, weigert dieser sich, die Stadt ohne seine jüngere Schwester Milena zu verlassen. Die beiden Jugendlichen zu beschützen, wird zur lebensgefährlichen Herausforderung für das ungleiche Agententeam, denn inzwischen ist ihnen ein Auftragskiller dicht auf den Fersen.

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