Heute ist mein Geburtstag, und da dachte ich mir, ich mache euch ein kleines aber feines Geschenk. Vergangenen Freitag gab es leider wegen meiner Arbeit am Relaunch meiner Homepage keinen Sneak Peek zu Band 1 von Codename E.L.I.A.S. Dafür biete ich euch heute gleich zwei Minileseproben an. Noch immer unlektoriert, denn das Manuskript liegt ja gerade erst bei meiner Lektorin. Ich hoffe aber, dass ihr trotzdem Spaß beim Lesen haben werdet. Tippfehler und stilistische Unebenheiten dürft ihr nach wie vor behalten, falls ihr sie findet. ;-)

Ein kleiner Hinweis für meine Testleser, die hier ebenfalls mitlesen:
Sneak Peek Nr. 4 kennt ihr bereits, aber er wurde von mir noch einmal leicht überarbeitet, seit ihr ihn gelesen habt.
Sneak Peek Nr. 5 ist auch für euch ganz neu! ;-)

Sneak Peek Nr. 4

»Nun erzähl mal.« Luke lehnte sich bequem gegen das Kopfende des Bettes. Den Wein hatte er auf dem Nachttisch abgestellt. »Was hast du angestellt, dass sie dich von der Bildfläche radiert haben? Ich meine, das ist ja schon ziemlich drastisch, gleich deine gesamte Identität auszulöschen.«
»Wem sagst du das. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was passiert ist. In der einen Minute war ich noch mitten in einem von langer Hand vorbereiteten Einsatz, in der nächsten fliegt mir ein halbes Bürogebäude um die Ohren. Mit meinem toten Kontaktmann und meiner Zielperson darin.«
»Da hat also jemand zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Vielleicht sogar drei. Hat seither jemand versucht, mit dir Kontakt aufzunehmen?«
»Nein. Eher im Gegenteil. Inzwischen scheinen mich selbst alte Bekannte nicht mehr zu kennen. Einige sind gleich ganz abgetaucht.«
»Oder jemand hat auch sie erledigt?« Luke runzelte besorgt die Stirn. »Michael, ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber das sieht nicht so aus, als wollten sie dich in absehbarer Zeit zurück nach Langley holen. Für mich klingt das eher so, als hätten sie dich kaltgestellt. Und um sicherzugehen, dass du dich nicht wehrst, haben sie dir gleich mal alle Ressourcen gekappt.«
»Sogar mein geheimes Bankkonto.« Diese Tatsache wurmte ihn besonders. »Wer auch immer dafür verantwortlich ist, weiß genau über mich Bescheid.«
»Was an sich schon eine Bedrohung darstellt. Wer wusste außer dir von dem Konto?«
»Was glaubst du, warum es geheimes Konto genannt wird?« Michael verschränkte ärgerlich die Arme vor der Brust.
»Okay, okay.« Beschwichtigend hob Luke die Hände. »Also nur du und Miss Montaine.«
»Sie hat es niemandem verraten, falls du darauf hinauswillst.«
»Will ich gar nicht. Offenbar haben sie dich schon länger auf dem Schirm, wenn sie selbst deine gut gehüteten Geheimnisse kennen. Hast du wirklich keine Idee, was zu diesem Schlamassel geführt haben könnte? Missglückte Missionen, halbseidene Geschäfte …«
»Nein.«
»Komm schon, Mike, irgendeinen Grund muss es doch geben. Niemand sägt einen Topspion wie dich einfach so ab, wenn er nicht tierisch angepisst ist.«
»Du kennst mich. Meine letzten Missionen sind alle mehr oder weniger planmäßig, zumindest aber erfolgreich ausgegangen. Und halbseidene Geschäfte, wie du es nennst, waren noch nie mein Ding.«
»Stimmt, das war immer mehr Briannas Terrain. Wie ich hörte, ist auch sie derzeit in der Stadt.«
»Mhm.«
»Oh, ihr seid euch also bereits begegnet? Aber sie hat dir offensichtlich nicht den Kopf abgerissen. Das wundert mich ein bisschen. Ich dachte, nach der Aktion mit Matt wäre sie nicht allzu gut auf dich zu sprechen. Ganz zu schweigen von … Nun ja, deinem unverhofften Verschwinden ohne Wiederkehr.«
»Die Sache ist kompliziert.«
»Sind das Beziehungen nicht immer?«
»Wir führen keine Beziehung … mehr.«
»Halleluja! Wenn du meinen Rat hören willst: Belass es dabei. Diese Frau bringt dir nichts als Ärger.«
»Im Augenblick schulde ich ihr 3775 Dollar für die Krankenhausrechnung.«
»O Mann, Michael!« Luke verdrehte die Augen.
»Sie hat mir aus der Klemme geholfen. Wenn sie die Rechnung nicht übernommen hätte, wäre ich wahrscheinlich auf der nächsten Polizeistation gelandet. Erklär den Cops mal, dass du von der CIA bist, wenn dich dort niemand mehr kennen will. Ohne Ausweis oder irgendwelche Hinweise auf meine Existenz …«
»Schon gut. Aber Mann, ausgerechnet Brianna. Da hast du dir ja was eingebrockt. Hättest du nicht gleich mich anrufen können?«
»Ich wusste überhaupt nicht, dass du wieder in L.A. bist. Außerdem hat das Krankenhaus Briannas Vater verständigt. Das war die einzige Adresse, die meine neuen Feinde in meiner Brieftasche gelassen haben.«
»Interessant.«
»Ja, denn es bedeutet, dass sie sich dabei etwas gedacht haben müssen.«
»Nein, ich meine, interessant, dass du diese Kontaktadresse nach wie vor mit dir herumschleppst. Ich frage mich, warum Conrad Wagner nicht selbst ins Krankenhaus gekommen ist, um dir den Garaus zu machen. Immerhin hast du seinem Sohn ziemlich übel mitgespielt.«

Sneak Peek Nr. 5

Als sich der Schlüssel im Schloss drehte und die Tür aufschwang, richtete Michael sich mit gestrafften Schultern zu seiner vollen Größe von 1,85 m auf und bemühte sich um einen entspannten Gesichtsausdruck.
»Helen, warum hast du den Kombi schon wieder nicht in die Garage gefahren?« Der Klang von Joes dunkler Stimme führte dazu, dass sich die Härchen in Michaels Nacken aufrichteten. »Willst du, dass uns die Karre unter der Nase weggestohlen wird?« Ohne sich weiter im Haus umzusehen, schälte er sich aus seinem Tweetjackett.
»Entschuldige, Joe, ich fahre den Wagen gleich rein.« In Helens Stimme schwang ein nervöses Zittern mit. »Joe, schau mal, wer zu Besuch gekommen ist.«
Bereits während sie sprach, hatte Joe sich umgedreht und Michael entdeckt. Über sein Gesicht glitt ein Ausdruck des Erstaunens, gefolgt von Ungläubigkeit, gefolgt von Ärger, der sich sehr rasch zu Zorn steigerte. Sein Gesicht färbte sich rötlich, an seinem Hals schwoll eine Ader an.
»Michael.« Er spuckte den Namen geradezu aus.
»Dad.« Michaels Stimme war nicht weniger unterkühlt als die seines Vaters.
»Was willst du hier?«
»Joe, Michael, setzt euch schon mal an den Tisch. Das Essen ist gleich fertig.« Helens Bemühen, den Frieden zu bewahren, war aus Michaels Sicht verschwendet, doch sie blieb stur dabei. »Stell dir vor, Joe, Michael war gerade zufällig in der Stadt. Ist es nicht nett, dass er bei uns hereinschaut? Er war so lange nicht mehr hier. Ich habe Hühnchenauflauf gemacht …«
»Ich bleibe nicht lange«, antwortete Michael auf die Frage seines Vaters.
Dieser trat auf ihn zu und maß ihn mit scharfem Blick. Er war von nahezu gleicher Größe wie Michael und früher einmal ebenso athletisch gebaut gewesen. Der dauerhafte Alkoholmissbrauch und die geballte Untätigkeit seit seiner frühen Pensionierung vor acht Jahren hatten seine Gesichtszüge, die denen Michaels einmal geähnelt hatten, aufquellen, die Verbitterung tiefe Furchen ziehen lassen. Sein ehemals dunkelbraunes, noch immer militärisch kurz geschnittenes Haar, dessen Farbe Michael geerbt hatte, war vollständig ergraut. In seinen blauen Augen las Michael alles Mögliche, jedoch keine Spur von Wiedersehensfreude. Die empfand er selbst ebenfalls nicht.
»Das will ich dir auch nicht geraten haben. Du siehst aus, als hättest du Ärger gehabt.« Joes Blick heftete sich auf die Schramme an Michaels Schläfe. »Wenn du glaubst, dass du hier unterkriechen und uns deine Probleme aufhalsen kannst …«
»Ich habe nichts dergleichen vor, Dad. Mom bat mich, zum Dinner zu bleiben, und ich wollte ihr diesen Gefallen tun. Nicht mehr und nicht weniger.«
»So setzt euch doch«, bat Helen noch einmal, aber keiner der beiden beachtete sie. »Joe, bitte. Lasst uns friedlich gemeinsam essen, so wie es sich für eine Familie gehört.« Sie eilte in die Küche und holte mit Hilfe von Kochhandschuhen die Auflaufform aus dem Ofen. Vorsichtig trug sie sie zum Esstisch.
»Familie?« Joe lachte höhnisch auf. »Ich wüsste nicht, dass diese Bezeichnung noch auf uns zutrifft.«
»Nein, stimmt, Dad, das hat sie noch nie.« Michael konnte sehen, wie die Ader am Hals seines Vaters pochte. Er selbst blieb äußerlich ganz ruhig, etwas, das sein Vater nie fertiggebracht hatte.
»Selbstverständlich sind wir eine Familie« Helen beharrte verzweifelt auf ihrem gutgelaunten Tonfall. »Und wie eine Familie setzen wir uns jetzt auch zusammen und …«
»Zur Hölle damit, Helen!« Joe fuhr sie so unvermittelt an, dass sie erschrocken einen Schritt rückwärts machte. Gleichzeitig hatte er sie unwirsch mit der rechten Hand angestoßen, sodass sie strauchelte und die Auflaufform fallenließ. Klirrend ging das Geschirrstück zu Bruch, der Inhalt ergoss sich über Tisch und Fußboden.

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Über Fragen, Kommentare, Anregungen usw. würde ich mich wie immer sehr freuen.

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