Der Freitag ist mal wieder fast um, doch ich hatte mir fest vorgenommen, heute noch einen neuen Sneak Peek zu posten, und glücklicherweise hat das jetzt auch noch geklappt. Die Mitglieder meines Testleser-Teams kennen die Textstelle ja schon, Beschwerden gab es aus diesen Reihen keine besonders großen. ;-) Natürlich ist der Text noch unlektoriert, also gilt wie immer: Wer Tippfehler oder stilistische Unebenheiten findet, darf sie gerne behalten.

Aus dem 2. Kapitel

»Immer auf dem Sprung, ganz wie in alten Zeiten.«
Michael hob ruckartig den Kopf, als er die ihm nur allzu vertraute Frauenstimme vernahm. »Brianna!« Er setzte vorsorglich ein breites Lächeln auf. Mit ihr hatte er am allerwenigsten hier gerechnet. Doch da stand sie, einen Unterarm der Länge lang gegen den Türstock gelegt und ein spöttisches Lächeln auf den Lippen. Ihr elfenhafter und zugleich durchtrainierter Körper steckte in einem verboten kurzen roten Kleidchen, die passenden himmelhohen Pumps täuschten ein wenig darüber hinweg, dass sie nur 1,62 m groß war.
Sie hatte sich kaum verändert. Lediglich ihr fast glattes, hellbraunes Haar war kürzer als vor drei Jahren und reichte ihr nur noch knapp bis auf die Schultern. In ihren dunkelblauen Augen blitzte es angriffslustig wie eh und je.
»Hallo Michael.« Sie stieß sich vom Türrahmen ab und stolzierte mit schwingenden Hüften auf ihn zu. »Du lebst ja doch noch. Als das Krankenhaus meinen Vater verständigt hat, klang es, als hätte dein letztes Stündlein geschlagen. Da dachte ich, ich komme vorbei und vergewissere mich, dass der Teufel dich auch wirklich holt.«
»Da muss ich dich leider enttäuschen. Noch weile ich unter den Lebenden. Und ich habe auch nicht vor, das so schnell zu ändern.« Mit einem unterdrückten Stöhnen stand Michael auf und schwankte zum Schrank, nahm seine Kleider heraus und trug sie wortlos hinüber ins Bad. Dort warf er einen kurzen Blick in den Spiegel über dem Waschbecken, drehte das Wasser auf und spritzte sich etwas davon ins Gesicht. Hinter sich hörte er Brianna im Krankenzimmer auf und ab gehen.
»Vielleicht ist das auch besser so«, rief sie ihm ihre Antwort zu. »Immerhin gibt es noch genügend Leute, die ein Hühnchen mit dir zu rupfen haben. Es wäre doch schade, wenn sie dazu keine Gelegenheit mehr bekämen.«
Michael verdrehte die Augen, entledigte sich des unsäglichen Kittels und stieg in die Anzughose. Das Hemd war schon schwieriger. Trotz der Bandagen brannten und stachen die angebrochenen Rippen, dass es ihm den Atem verschlug. Von der verrenkten Schulter ganz zu schweigen. »Seit wann bist du in L.A.?«, fragte er, ohne auf ihre Bemerkung weiter einzugehen.
»Seit Thanksgiving.« Als er, sein Hemd zuknöpfend, das Bad wieder verließ, hatte sie sich mit überschlagenen Beinen auf die Bettkante gesetzt und blickte ihm mit dem für sie typischen katzenhaften Ausdruck entgegen. »Du weißt schon, das Fest, an dem sich Freunde und Familie treffen, Unmengen essen und eine schöne Zeit miteinander verbringen.«
»Bri …« Sie schaffte es mal wieder in kürzester Zeit, seine Nerven bis aufs äußerste zu strapazieren.
»Und da ich schon mal hier war, dachte ich, ich hänge noch ein bisschen Urlaub dran und erledige meine Weihnachtseinkäufe dieses Jahr mal ohne Frostbeulen. Chicago kann im Winter ziemlich ungemütlich werden. Außerdem gibt es dort ein paar Leute, denen ich für eine Weile aus dem Weg gehen möchte. Dad freut sich, dass ich ihm ein bisschen Gesellschaft leiste.«
»Geht es ihm gut?«
»Hervorragend.«
»Und deinem Grandpa?«
Brianna legte den Kopf ein wenig schräg. »Woher das plötzliche Interesse? Die letzten drei Jahre hast du doch auch nicht nach ihnen gefragt.«
»Bri!« Wieder verdrehte er entnervt die Augen. »Tut mir leid, dass das Krankenhaus deinen Dad verständigt hat. Das war so nicht vorgesehen.«
»Kann ich mir vorstellen. Warum trägst du seine Adresse überhaupt noch mit dir herum? Ich dachte, du hättest sie vernichtet, nachdem du Matt den Cops zum Fraß vorgeworfen hast.«
»Ich habe ihn nicht …« Michael griff nach dem Jackett und zog es vorsichtig an. »Hör zu, ich kann jetzt nicht darüber reden.«
»So wenig wie damals, als du mich einfach ohne Vorwarnung oder ein Wort des Abschieds verlassen hast?« In ihrer Stimme schwang nun eine deutliche Schärfe mit, die er ihr nicht verübeln konnte. »Während eines Einsatzes noch dazu. Nicht gerade die feine englische Art, seine Freundin loszuwerden.«
»Ich wollte dich nicht loswerden, Bri.«
»Deshalb bist du auch nie wieder aufgetaucht, du Bastard.« Sie ballte die Hände zu Fäusten und sprang kampfbereit auf.
»Die Sache ist ein bisschen komplizierter, als du denkst.« Er seufzte innerlich. »Wenn du willst, erkläre ich es dir irgendwann. Aber nicht jetzt. Erst mal muss ich mich mit Langley in Verbindung setzen. Mein Kontaktmann wurde ermordet und meine Zielperson ist vor …« Er griff nach ihrem Handgelenk und hob es an, um auf ihre silberne Armbanduhr zu schauen. »Zweiundzwanzig Stunden in die Luft geflogen. Ich muss herausfinden, wer dafür verantwortlich ist.«
»In die Luft geflogen?« Brianna entzog ihm den Arm mit einem Ruck. »Nicht zufällig ein Bürohaus in der South Vermont Avenue? Die Nachrichten waren gestern voll davon. Man hat vier Leichen in den Trümmern gefunden. Die übrigen Beschäftigten, die noch dort waren, sind wohl mit ein paar Schrammen und dem Schrecken davongekommen.« Sie musterte ihn von Kopf bis Fuß. »Daher also die Blessuren.«
»Ja. Hör zu, ich muss los. Lass uns ein andermal weiterreden.« Er wandte sich zur Tür, in der gerade wieder Dr. Petersen erschien. Der Arzt wirkte sowohl besorgt als auch eine Spur verlegen.
»Mr. Cavenaugh, ich fürchte, es gibt ein kleines Problem mit den Angaben, die Sie zu Ihrer Person gemacht haben.«
Michael runzelte die Stirn. »Was für ein Problem?«
»Sie stimmen nicht.«

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Über Fragen, Kommentare, Anregungen usw. würde ich mich wie immer sehr freuen.

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