Immer wieder beklagen wir uns, dass die Zeit so schnell vergeht, dass wir dauernd Stress haben und die Hektik unsere Tage bestimmt. Manchmal auch die Nächte.

Entschleunigung ist hier das Zauberwort, um dem entgegenzuwirken. Doch wie soll das gehen?

Manchmal wird einem die Antwort darauf auf dem Silbertablett serviert. Oder mitten auf einer Dorfstraße. Mir ging es jedenfalls vergangene Woche so, als ich mit dem Auto durch unseren Nachbarort Staffel fuhr, auf dem Weg zum Supermarkt bzw. Discounter. Und Bäcker. Und Drogerie. Ihr wisst schon. Einkaufen halt.

Mein Auto war voll mit Leergutkisten, auf den Rücksitzen stapelten sich Säcke für den Altkleidercontainer und im Hinterkopf rechnete ich bereits, wann ich wieder zu Hause sein würde, weil ich ja dringend an meinem aktuellen Manuskript weiterarbeiten musste.

Ich fuhr also durch Staffel, um eine lang gezogene Kurve und …

STOPP!!!

Ich musste anhalten, weil nämlich ein bezauberndes Entenpärchen meinen Weg kreuzte. Von links nach rechts und mit einer Seelenruhe, die wohl nur Enten mitten auf der Straße zu eigen ist. Manchmal auch Katzen.

Die beiden watschelten gemütlich und so, als würden sie dabei angeregt miteinander plaudern, ihres Weges. Ich sah ihnen dabei zu und musste … lächeln. Einfach, weil es so ein netter Anblick war. Zeitdruck und Stress waren vergessen und selbst, als die beiden dann sicher auf der anderen Straßenseite angekommen waren und ich weiterfahren konnte, behielt ich das Lächeln bei. Auf den Lippen und im Herzen. Es hielt sogar noch länger, während der gesamten Zeit, die ich für meine Besorgungen benötigte.

Erst später dachte ich daran, dass ich die beiden doch eigentlich hätte fotografieren müssen. Für mich, für euch. Aber das hatte ich total vergessen. Oder vielmehr war ich so fasziniert und erfreut über den Anblick des Entenpärchens, dass mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, etwas anderes zu tun als zuzuschauen.

Auf dem Rückweg, etwa anderthalb Stunden später, fuhr ich natürlich wieder durch Staffel und ratet mal, er mir begegnet ist? Der Erpel, also die eine Hälfte jenes Entenpärchens von vorher. Seine Partnerin war offenbar schon weiter in den offenen Garten gewandert, der sich neben der Straße befand. Er selbst ging nicht, watschelte auch nicht, nein, er stand seelenruhig auf der Straße und guckte in die Gegend. Und jetzt dachte ich auch daran, mein Smartphone zu zücken.

Voiá:

Foto Erpel auf Dorfstraße

Bis er sich bequemte, weiterzugehen, mussten noch zwei weitere Autos anhalten, was ihn zunächst aber überhaupt nicht beeindruckte. Erst, als der Fahrer eines der Autos ausstieg und ihn energisch weiterscheuchte, ließ der Erpel sich herab, ebenfalls den Garten aufzusuchen. Und das mit einem Blick, der zu fragen schien: “Wozu die Aufregung? Ich bin eine Ente und kein D-Zug! Chill mal heftig!” Letzteres ist ein Satz, den mein Mann häufig von den Auszubildenden in seiner Firma zu hören bekommt. :-D Ich fand, dass der Erpel wirklich so aussah, als wolle er genau das sagen.

Chill mal heftig.

Entschleunige deinen Tag.

Halte die Augen offen für die kleinen Wunder am Wegesrand (oder mitten auf der Straße in diesem Fall).

Man könnte natürlich argumentieren, dass die Enten ziemlich gefährlich leben, wenn sie so gemütlich über öffentliche Straßen latschen. Aber tun wir das nicht auch, wenn wir überhastet, gestresst und ständig Terminen hinterher hechtend durchs Leben rasen?

Ich für meinen Teil bevorzuge die entschleunigte Variante. Vor allem dann, wenn sie mir auf derart reizende Weise aufgedrängt wird.

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Glückspilzmomente

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