Janna und Markus kabbeln sich nicht nur gerne, sie müssen selbstverständlich auch ein bisschen Detektivaerbeit leisten. Dass das zu überraschenden … nennen wir es mal Situationen führen kann, zeigt euch der folgende Sneak Peek zu Scharade mal drei.

Viel Spaß!

Mit Hilfe eines Dietrichs hatte Markus die Tür zum Zimmer von Ralf und Jennifer in Sekundenschnelle geöffnet. »Halt einen Blick auf den Flur«, sagte er zu Janna und ging hinein. Das Erste, was ihm auffiel, war das Bett. Er räusperte sich. »Janna, du hattest recht.«
»Womit?« Neugierig kam sie ebenfalls herein, ließ aber die Tür einen Spalt offen. Dann sah sie es selbst. »Sie haben die Tagesdecke als Wall zwischen sich aufgerollt.«
»Erinnert mich an jemanden.«
Ihre Wangen färbten sich leicht rosig. »Hm, ja, das brauchen wir wohl inzwischen nicht mehr.«
»Weil du eingesehen hast, dass ich ungefährlich bin?« Es sollte scherzhaft klingen, aber es lag ein unterschwellig anzüglicher Ton darunter, den er sich nicht verkneifen konnte.
Janna hatte ihn wahrgenommen, das sah er ihr an, doch sie zeigte äußerlich keine erkennbare Reaktion. Ihre Stimme klang spöttisch, als sie antwortete: »Du bist vielleicht so einiges, Markus Neumann, aber ganz bestimmt nicht ungefährlich.«
»Soll ich mich jetzt geschmeichelt oder beleidigt fühlen?«
»Such es dir aus. Aber nachdem wir sogar schon mal zusammen in einem Schlafsack übernachtet haben, wäre es wohl reichlich kindisch, sich in einem großen Bett derart anzustellen.«
»Bei unserer ersten Hotelübernachtung fandest du die Idee nicht kindisch.«
»Da kannte ich dich auch noch nicht so gut.«
Er verzog sarkastisch die Lippen. »Und wieder weiß ich nicht, ob ich erfreut oder angefressen sein soll.«
Janna lächelte. »Wir sind inzwischen Freunde, oder nicht?«
»Das haben wir bereits mehrfach festgestellt, ja.«
»Freunde können sich wohl hin und wieder mal problemlos ein Bett teilen. Das da«, sie wies auf die zusammengerollte Tagesdecke in der Mitte des Bettes, »spricht eine andere Sprache. Das sieht mir nach zwei Fremden aus, die sich notgedrungen miteinander arrangieren.«
»Oder Kollegen.« Markus nickte ihr zu. Da er inzwischen wusste, wo er zu suchen hatte, war es ein Leichtes, die Wanze zu finden. Die einzige Wanze. Er zeigte sie Janna. »Die beiden haben auch nur eine. Das wird ja immer interessanter.«
Janna sah kurz zu ihm hin, schien aber abgelenkt. Sie hatte sich wieder an der Tür postiert und linste hinaus. »Da kommt jemand.«
»Wer?« Sofort war er in Alarmbereitschaft.
»Keine … Oh, das sind Bettina und Mike. Was machen die denn hier? Sollten die nicht im Tanzkurs sein?«
Markus war zur Tür gegangen und schloss sie leise. Gleichzeitig legte er einen Finger an die Lippen.
Janna nickte und schwieg, bis er die Tür erneut einen Spalt öffnete. Er sah, wie das Pärchen um eine Ecke verschwand. »Komm mit.«
»Was hast du denn vor?« Janna folgte ihm, als er die Verfolgung aufnahm. Die Zimmertür von Jennifer und Ralf zog sie rasch hinter sich ins Schloss.
»Na, was denkst du denn? Sehen, was sie hier oben machen.«
»Wahrscheinlich waren sie in ihrem Zimmer. Das ist hier im Gang. Jennifer hat uns doch ausführlich erzählt, dass die beiden so laut … du weißt schon.«
»Sie haben Zimmer zweihundertsechs. Von dort sind sie aber offenbar nicht gekommen. Und jetzt gehen sie in eine andere Richtung.« Er bedeutete ihr erneut zu schweigen und verlangsamte seine Schritte, als er sich der Abzweigung am Gangende näherte. Vorsichtig blickte er um die Ecke und sah gerade noch, wie das verdächtige Paar hinter einer Glastür verschwand. »Da geht es zur Panoramaterrasse.«
»Vielleicht wollen sie bloß eine rauchen«, schlug Janna vor.
»Und dazu gehen sie extra hier rauf?« Skeptisch schüttelte Markus den Kopf und näherte sich langsam der Glastür. Dahinter lag ein Wintergarten, an den sich die Terrasse anschloss, die sich auf dem Dach eines Anbaus des Hotels befand. Leise öffnete er die Tür und trat ein.
Im Wintergarten war niemand zu sehen oder zu hören. »Bei den beiden war auch nur eine Wanze. Allerdings das andere Modell … oh, Shit.« Sein Blick war durch die große Fensterfront auf die rechte Brüstung der Terrasse gefallen.
»Was ist denn? Huch!« Janna stieß einen erschrockenen Laut aus, machte auf dem Absatz kehrt und verließ den Wintergarten so schnell sie konnte.
Markus warf noch einen zweiten Blick auf das, was sich draußen tat, und machte dann ebenfalls, dass er wegkam.
»Wie peinlich!« Jannas Wangen hatten sich gerötet.
»Und das bei dem Wetter«, versuchte er zu scherzen. Sie hatten Bettina und Mike in eindeutiger Position an der Brüstung stehen sehen. Wie die beiden sich so schnell fast all ihrer Kleider entledigt hatten, war ihm ein Rätsel. »Es geht doch nichts über einen Quickie bei zwölf Grad und Nieselregen.«

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Über Fragen, Kommentare, Anregungen usw. würde ich mich wie immer sehr freuen.

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