Endlich. Das Warten hat sich gelohnt. Hoffe ich jedenfalls. Heute präsentiere ich euch nämlich meinen Lieblings-Sneak Peek zu Scharade mal drei. Wer die Sneak Peeks verfolgt, weiß, dass ich ihn schon seit einer Weile angekündigt habe. Ich hoffe, ihr möglich ihn genauso wie ich. Falls ihr euch am Ende genötigt seht, laut zu kreischen, tut euch bitte keinen Zwang an. ;-)

Hier ist er, der vierte Sneak Peek:

»Also, Janna, fang an!« Inge zwinkerte ihr zu. »Wie habt ihr euch kennengelernt?«
Da von Markus nur ein ausdrucksloser Blick, gepaart mit einem fast unmerklichen Schulterzucken kam, begann Janna schließlich etwas stockend: »Hm, ja, also das war letztes Jahr im Juli. Ich wollte meine Schwester Feli vom Flughafen Köln-Bonn abholen.« Sie räusperte sich bei der Erinnerung an jenen durchaus schicksalhaften Tag. »Ich weiß noch, dass ich gerade eine der Anzeigetafeln gelesen habe, als mich Markus angesprochen hat.«
»Ach, er hat dich einfach mitten auf dem Flughafen angesprochen?« Der Lockenkopf von eben seufzte begeistert. »Ist ja spannend. Was hat er denn gesagt?«
Ab hier musste Janna lügen. »Ähm, das war eigentlich nicht wirklich romantisch. Markus hatte es sehr sehr eilig.«
»Musste er ein Flugzeug erreichen?«
»Äh.« Janna schielte erneut zu Markus. »Ja. Aber er hatte diesen Briefumschlag, der unbedingt … zur Post musste. Also hat er mich gefragt, ob ich das übernehmen könnte.«
»Er hat einfach so eine Fremde gefragt, ob sie seinen Brief zu Post bringt?« Der Lockenschopf machte große Augen. Auch die anderen Teilnehmer murmelten verwundert. »Ist ja ziemlich mutig. Was, wenn du den Brief geklaut hättest? Oder einfach weggeworfen?«
»So was würde ich nie tun!«
Inge lächelte ihr zu. »Offensichtlich nicht. Das war wohl euer Glück. Du hast den Brief also zur Post gebracht. Und dann? Wie hat Markus dich danach wiedergefunden? Oder habt ihr eure Adressen ausgetauscht?«
»Mh, ja.« Janna schluckte. Sie konnte ja schlecht erzählen, über welche Mittel Markus verfügte, um jemanden ausfindig zu machen. Er lächelte zwar, doch sein Blick verriet ihr, dass er sich nicht wohl fühlte. Die grauen und grünen Einsprengsel in der braunen Iris traten deutlicher als sonst hervor, was sie inzwischen als Zeichen zu deuten gelernt hatte, dass er innerlich mit etwas zu kämpfen hatte. Was genau das war, konnte sie jedoch nicht einschätzen. Vermutlich ärgerte er sich einfach, dass sie diese verrückte Scharade spielen mussten. Die Rolle des verliebten Bräutigams gefiel ihm ganz bestimmt nicht. Und schon gar nicht mit ihr, denn sein Typ war sie allemal nicht. Ebenso wenig wie umgekehrt. Das hatten sie schon vor Monaten eindeutig festgestellt.
Die Erinnerung daran, dass sie nach wie vor sauer auf ihn war, machte es ihr nicht leichter, fröhlich fortzufahren: »Na ja, eins kam dann zum anderen. Er lud mich am nächsten Tag zu einem Kaffee ein …«
»Und seither seid ihr ein Paar?« Inge klatschte erneut in die Hände. »Wie schön. Und ungewöhnlich. Wer trifft schon die Liebe seines Lebens auf einem Flughafen?« Sie wandte sich an Markus. »Und jetzt du. Was hat für dich den Ausschlag gegeben? Woran hast du erkannt, dass Janna die Richtige für dich ist?«
Einen langen Moment schwieg Markus, sodass alle Anwesenden ihn gespannt ansahen. Auch Janna blickte erwartungsvoll zu ihm hoch. Auf die Antwort war sie selbst gespannt. Zwar wusste sie, dass alles, was er sagen würde, gelogen war, aber interessant würde es trotzdem, was er sich auf die Schnelle ausdachte. Ein wenig Schadenfreude stieg in ihr auf. Sie hatte eindeutig den einfacheren Teil der Aufgabe erwischt.
Unvermittelt richtete sein Blick sich auf sie. Lächelnd und mit einem mutwilligen Funkeln in den Augen sagte er: »Janna ist eigentlich gar nicht mein Typ.« Als ringsum überrascht geraunt und gehüstelt wurde und Janna irritiert die Stirn runzelte, verbreiterte sich sein Lächeln. »Nein, wirklich, ist sie nicht.« Er räusperte sich. »Sie ist anders als die Frauen, mit denen ich bis dahin zu tun hatte. Man könnte sogar sagen, dass sie das komplette Gegenteil von ihnen ist … und von mir.«
»Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich an«, warf Inge ein.
Markus nickte ihr zu. »Scheint so.«
»Und was gab nun konkret den Ausschlag?«, hakte die Seminarleiterin nach.
Markus richtete den Blick erneut auf Janna, deren Herzschlag ärgerlicherweise dadurch leicht aus dem Takt kam. Er spielte seine Rolle gut, viel zu gut. »Janna kann eine Nervensäge sein.«
Einige der Männer lachten verhalten.
»Aber sie ist immer da, wenn man sie braucht.« Er stockte. »Wenn ich sie brauche.«
Die Frauen seufzten entzückt.
»Ich denke, das gab den Ausschlag.« Markus grinste erneut. »Das und ihr rotes Haar. Selbst in der größten Menschenmenge kann ich sie nicht aus den Augen verlieren.«
Unter den Teilnehmern wurde gekichert.
Inge trat wieder ein paar Schritte auf sie zu und strahlte sie an. »Was für ein schönes Paar ihr seid. Und so eine schöne Geschichte.« Sie knuffte Markus leicht in die Seite. »Du bist wohl ein kleiner Scherzkeks, was?«
Janna entspannte sich und wollte sich schon aus dem Kreis verdrücken, doch die nächsten Worte der Seminarleiterin ließen sie erschrocken innehalten.
»Ein Applaus für Janna und Markus, die ihre Erinnerungen und ein wenig auch ihre Gefühle mit uns geteilt haben. Und nun noch die Krönung, ihr beiden. Ihr dürft nämlich jetzt für uns euren allerersten Kuss nachspielen. Na, wie findet ihr das? Der erste Kuss ist euch doch bestimmt noch lebhaft in Erinnerung. Lasst uns daran teilhaben.«
Jannas Augen weiteten sich und sie spürte, wie Markus erstarrte, auch wenn seine Miene bewundernswert ungerührt blieb. Das Flackern in seinem Blick entging ihr jedoch nicht. Mit so etwas hatten sie beide nicht gerechnet. Noch weniger damit, dass ringsum nicht nur applaudiert und gejubelt wurde, sondern auch die ersten Kuss! Kuss!-Rufe laut wurden.
»Na los, ihr beiden, nicht so schüchtern!«, rief Inge, woraufhin einige der Teilnehmer sogar rhythmisch zu klatschen begannen. »Versetzt euch in jenen Tag zurück und lebt nach, was ihr damals empfunden habt!«
Ein überaus flaues Gefühl machte sich in Jannas Magengrube breit, als Markus mit leicht skeptischem Blick auf sie zutrat. Ihr Puls beschleunigte sich. Einen langen Moment sah Markus sie an und zum ersten Mal sah sie einen Funken Unsicherheit in seinen Augen. Oder war es Widerwillen?
Was auch immer es war, wenn sie nicht bald handelten, würden sie ihre Tarnung gefährden. Also zwang sie sich, Markus in die Augen zu sehen und zu lächeln. Als er noch immer nicht reagierte, stieg Ärger über diese ganze vertrackte und absurde Situation in ihr auf. »Nun mach schon«, zischte sie ihm zu, ohne dabei das Lächeln zu verlieren.

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Ha! Ihr werdet doch wohl nicht geglaubt haben, dass ich euch die ganze Szene zu lesen gebe? 

Was glaubt ihr? Tun sie’s oder tun sie’s nicht? Kuss oder nicht Kuss, das ist hier die Frage.

Wie geht es eurer Meinung nach hier weiter?

Schreibt mir doch mal auf, wie ihr euch den weiteren Verlauf der Szene vorstellt. Oder macht eine FanFiction daraus.

Auf eure Kommentare bin ich schon gespannt!

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