Wisst ihr eigentlich, womit sich Frau Autorin neuerdings so alles herumschlagen darf? So, als wäre der Literaturmarkt an sich nicht schon anstrengend genug? Nein, jetzt kommen auch noch KIs (KI = Künstliche Intelligenz) und machen uns das Leben, nun, sagen wir mal nicht eben einfacher. Dabei sollen sie das ja eigentlich tun, nicht wahr? Aber so mancher #Fail bleibt dabei nun mal nicht aus. So wie dieser hier, auf dessen Ausgang ist mal gespannt bin:

Was war geschehen?

Gestern habe ich in einer meiner Leser:innen-Gruppen ein Video hochgeladen. Es handelt sich um eine mit statischen Bildern unterlegte, rund siebenminütige Hörprobe aus meinem Hörbuch “Inseln weinen nicht”, das übermorgen erscheint. Gleich gefühlte drei Nanosekunden nach Veröffentlichung des Videos in der Gruppe (Spionin wider Willen Fangeplauder und Leserunden mit Mila Roth/Petra Schier) meckerte Facebook mit in einer Meldung an, ich hätte mit der Musik, die darin vorkommt, Urheberrechte verletzt. Genauer gesagt hätten sie für soundso viele Länder diesen Part stummgeschaltet. Für Deutschland interessanterweise nicht. Okay, dachte ich, erheb mal gleich Einspruch, denn die Musik hatte ich natürlich ordnungsgemäß lizenziert. Auch wenn ich bezweifle, dass das Video jemand aus den genannten Ländern je sehen wird, will ich ja nicht auf mir sitzen lassen, dass ich irgendwelche Rechte verletzt hätte. Die Stummschaltung wurde umgehend aufgehoben, so weit, so gut.

Hier das Video, um das es geht:

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Aber das war noch nicht alles!

Eine knappe Stunde später erhielt ich eine weitere Benachrichtigung von Facebook, dass UMG eine Urheberrechtsverletzung gemeldet hätte, ebenfalls in diesem Video.

Oha, dachte ich, was ist denn nun schon wieder? Also klickte ich mich mal durch die komplette Meldung.

Und jetzt kommt’s: Es ging diesmal nicht um die Musik, sondern um etwas über drei Minuten aus der Hörprobe selbst, die angeblich aus dem Titel “Das Haus der Granatäpfel” von Lydia Conradi stammt und deshalb Urheberrecht verletze. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mir den Kopf gekratzt habe? Ich kenne dieses Buch überhaupt nicht, nie davon gehört. Aber angeblich habe ich Teile daraus verwendet. Eine Googlesuche brachte mich dann darauf, dass das Hörbuch zu diesem Roman ebenfalls, wie mein Hörbuch, von Saskia Kästner gelesen wird. Da ich bezweifle, dass in beiden Hörbüchern mehr als ein paar Worte total gleich sind, vermute ich, dass mittels KI ein Stimmabgleich der Sprecherin vorgenommen worden sein könnte. UMG, denen wohl die Rechte an Frau Conradis Hörbuch gehören, haben deshalb über ihr automatisiertes System eine Rechteverletzung angemeldet. Nun muss ich beweisen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Habe ich auch getan.

Ich habe wieder Einspruch eingelegt und dargelegt, dass ich das Urheberrecht und auch das Verwertungsrecht an besagtem “Song” besitze und lediglich die gleiche Sprecherin den Titel eingelesen hat. Die Sperren, die gleich mal auferlegt worden waren, wurden daraufhin vorläufig zurückgenommen, bis UMG entschieden hat, ob ich recht habe und mein eigenes Hörbuch, bzw. Teile/Hörproben daraus, auf Facebook veröffentlichen darf …

Ein Vergleich …

Falls es euch interessiert, hier mal zum Vergleich die Klappentexte der beiden Bücher/Hörbücher. Wie es da zu auch nur kleinsten inhaltlichen Überschneidungen kommen soll, wäre mir schleierhaft. Da kann meiner Meinung nach tatsächlich nur ein Stimmabgleich zugrunde liegen:

Das Haus der Granatäpfel

Smyrna, 1912: Das Paradies – so nennen viele die Metropole am Ägäischen Meer, die inmitten von Krisen wirkt wie ein weltvergessenes Idyll. In die Stadt, in der Menschen aus aller Herren Länder seit jeher in Eintracht leben, kommt die Berlinerin Klara, um mit Peter, dem Sohn eines Kaufhausmagnaten, eine Zweckehe einzugehen. Doch er kann die lebenshungrige junge Frau nicht glücklich machen, und Klara verliert ihr Herz an den Arzt Sevan. Aber auch er ist gebunden, und als der Erste Weltkrieg ausbricht, beschließen beide, trotz ihrer Liebe füreinander ihre Partner nicht im Stich zu lassen. Für eine Weile erweist sich das Paradies wahrhaftig noch als Oase im Grauen, doch dann entbrennt ein schicksalhafter Kampf um die Stadt. Und plötzlich muss Klara eine Entscheidung fällen, die über Menschenkraft hinausgeht, um etwas von Smyrnas Geist und ihrer Liebe zu Sevan zu bewahren …

Inseln weinen nicht

Geheimagent Markus Neumann und seine zivile Partnerin Janna Berg wollen der siebzehnjährigen Nichte eines Informanten helfen: Annabelle möchte zusammen mit ihrem Freund Steffen aus einer Neonazi-Gruppierung aussteigen. Doch das ist alles andere als ungefährlich, denn die Freunde Deutsche Heimatliebe stehen schon seit einiger Zeit auf der Beobachtungsliste des Geheimdienstes und sind dafür bekannt, Aussteiger mit brutalen Mitteln zu verfolgen. Markus geht dieser Fall besonders nahe, denn er hat als Jugendlicher einige Mitschüler an das Milieu verloren. Zwei seiner ehemaligen Freunde stehen inzwischen weit oben in den Befehlsrängen der Gruppierung. Doch noch ehe Markus diese Verbindungen zum Vorteil für die Rettungspläne des Instituts nutzen kann, wird Annabelle als Verräterin gebrandmarkt und die Dinge geraten außer Kontrolle.

Und jetzt ihr!

Habt ihr so etwas Kurioses auch schon erlebt? Hier auf Facebook, auf Instagram oder YouTube? Oder sonst irgendwo? Erzählt mir von euren Erfahrungen!

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