Hotel Zum Wiesengrund im Jahr 2019

Vor einigen Tagen, kurz nach der Flutkatastrophe hier im Kreis Ahrweiler, erreichte mich ein Anruf, der auf meinem Anrufbeantworter gelandet war. Die Nachricht kam von Frau Fichtel aus dem Hotel Wiesengrund in Wiesbaden Nordenstadt. Ich verlinke es hier, weiß aber nicht, wie lange die Webseite noch vorhanden sein wird. Irgendwann wird der Link wohl ins Leere führen.

Selbstverständlich rief ich sofort zurück, schon mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch.

Frau Fichtel fragte mich zunächst, wie es mir nach den schrecklichen Ereignissen gehe, kam dann aber auch recht schnell zur Sache: Sie müsse die Buchung für das Zimmer, das ich für die Buchmessewoche reserviert hatte, stornieren. Ab dem 1. September 2021 hätte das Hotel für immer geschlossen.

Es ist dieser verflixten Krankheit zum Opfer gefallen. Corona. Oder Covid-19, wenn man genau sein will. Die gut anderthalb Jahre Sparflamme waren einfach zu viel. Das Hotel war gerade erst vor wenigen Jahren aufwendig renoviert und modernisiert worden. Ich hatte in den sozialen Netzwerken hier und da Bilder gepostet, weil es mir so gut gefiel. Da nun aber lange Zeit keine und jetzt nur ausnehmend wenige Gäste beherbergt werden konnten und auch das Restaurant auf Dauer mit so wenig Zulauf nicht bestehen konnte, musste die Hoteliersfamilie schweren Herzens aufgeben.

Tja, werden einige vielleicht sagen. So ist das nun mal. Vielen anderen Gastronomiebetrieben ergeht es ganz ähnlich. Warum schreib sie jetzt ausgerechnet über dieses Hotel? Es sieht ja nicht einmal besonders spektakulär aus und liegt auch nicht inmitten traumhafter Natur oder so etwas.

Das stimmt alles, aber für mich war und ist dieses Hotel etwas sehr Besonderes.

Seit über 10 Jahren war ich Jahr für Jahr zur Frankfurter Buchmesse eine ganze Woche zu Gast dort. Zwar liegt es nicht direkt in Frankfurt, aber innerhalb einer Viertelstunde oder von zwanzig Minuten war ich mit dem PKW immer am Parkhaus Rebstock. Insofern war die Lage des Hotels geradezu perfekt. Gleich ein paar Schritte die Straße runter gibt es einen riesigen Globus, sodass ich mich auch immer mit frischem Obst und Gemüse versorgen konnte und mit was auch immer ich sonst noch brauchte.

Auch auf manchen Lesereisen habe ich dort Halt gemacht und übernachtet.

Jedes Jahr habe ich mich auf die gute Küche und den herrlichen frischen Apfelmost gefreut. Herrje, werde ich den Most vermissen!

Zur Erinnerung habe ich hier ein paar Fotos zusammengestellt, die das Hotel von außen und mein Stammzimmer von innen zeigen, sowie ein kleines Video, das ich 2015 vor der Renovierung aufgenommen habe.

Mir ist dieses Hotel und natürlich auch die Familie Fichtel, die es so liebevoll geführt hat, sehr ans Herz gewachsen. Und deshalb auch dieser Blogbeitrag, in dem ich mich jetzt noch einmal ganz persönlich an jene lieben Menschen richte:

Liebe Familie Fichtel,

ich habe mich in all den Jahren immer so wunderbar wohl bei Ihnen gefühlt. Dass Sie das Hotel aufgeben müssen, tut mir aus tiefstem Herzen Leid. Ich werde Sie vermissen!

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen nur das Allerbeste, Glück, Gesundheit … und vielleicht trifft man sich irgendwo rein zufällig wieder. Denn wie Sie schon sagten, liebe Frau Fichtel: Man trifft ich im Leben immer zweimal. Vielleicht auch mehr als zehnmal. :-)

Ihre Petra Schier

Hotel Zum Wiesengrund im Jahr 2015

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