
Diesen Blogartikel anhören (vorgelesen von Petra Schier):
Es dauert nur noch wenig mehr als zwei Wochen, bis mein neuer Lichterhaven-Roman Pfötchen, Strand und Liebesglück als Taschenbuch, eBook und Hörbuch erscheint, deshalb wird es allmählich Zeit, euch einen Textschnipsel zu präsentieren. Wer meinen Newsletter abonniert hat, wird ihn schon kennen, denn dort habe ich ihn vorab bereits veröffentlicht. Und wer noch weitere solche Leseproben und Textschnipsel vorab lesen möchte, sollte unbedingt meiner Steady-Community beitreten. Dort poste ich nämlich exklusiv für die Mitglieder noch weit mehr Vorab-Infos, Leseproben und dergleichen. Selbstverständlich gibt es noch mehr Vorteile für Mitglieder. Schaut einfach mal rein, was es dort unter “Posts” zu entdecken gibt! (<= Klick)
Ich habe euch hier und heute einen etwas längeren Ausschnitt herausgesucht, in dem sich meine drei Hauptfiguren Chloe, Tristan und Irish Cream Dackel Cooper zum allerersten Mal begegnen. Viel Spaß beim Lesen und vergesst bitte nicht, mir in den Kommentaren zu erzählen, wie euch der Textschnipsel gefallen hat.
Aus dem 2. Kapitel
»Oh Mann, Mistding!« Missmutig starrte Chloe auf den zweiten Erdesack, der ihr ebenfalls entglitten und zu Boden geplatscht war. Dabei war er an der Seite eingerissen. Offenbar war er an der Stelle vorher schon kaputt gewesen, denn während der Fahrt war, wie sie jetzt erst bemerkte, bereits ein wenig Erde in den Kofferraum gerieselt. »Super, jetzt darf ich auch noch den Staubsauger anwerfen.« Immer noch entschlossen, sich von Pflanzerde in Säcken nicht die Laune verderben zu lassen, packte sie den Stier bei den Hörnern oder vielmehr den Sack bei den Ecken und zerrte ihn mit sich über das leicht unebene Natursteinpflaster des Weges.
»Würde es mit einer Schubkarre nicht einfacher gehen?« Die dunkle, möglicherweise eine Spur spöttische Männerstimme ließ sie innehalten. Als sie sich aufrichtete, erblickte sie auf der anderen Seite des Gartenzauns, der ihr Grundstück von Bürgersteig und Straße trennte, einen hochgewachsenen, breitschultrigen Mann Anfang oder Mitte der Dreißig mit blondem wuscheligem Haar, mindestens Sechstagebart und so strahlend blauen Augen, dass sie gar nicht anders konnte, als sie sogar auf die Entfernung von sieben oder acht Metern zu bewundern.
»Da haben Sie recht«, antwortete sie, ihre vorherige Irritation vergessend, und lächelte dem Fremden freundlich zu. Vermutlich war er ihr neuer Nachbar von gegenüber, denn er trug derbe Arbeitsjeans und ein kariertes Flanellhemd, dessen Ärmel bis über die Ellenbogen hochgekrempelt waren. Die Heckklappe des grünen Pick-ups vor dem Haus gegenüber war heruntergelassen, die Ladefläche leer, die Haustür stand offen, doch außer ihm schien niemand sonst anwesend zu sein. »Leider besitze ich noch keine Schubkarre, deshalb muss es eben ohne gehen.« Sie warf einen Blick zum Haus gegenüber. »Ziehen Sie gerade ein?«
Ganz kurz warf auch der Blonde einen Blick über die Schulter. »Ich kann Ihnen meine Schubkarre leihen.« Schon machte er auf dem Absatz kehrt, überquerte die Straße und verschwand rechtsherum um das Haus.
Ein klein wenig irritiert sah Chloe im hinterher. Falls das wirklich ihr neuer Nachbar sein sollte, machte er dem Klischee des großen, blonden und wortkargen Nordmanns alle Ehre. Da er im nächsten Moment bereits mit einer Schubkarre zurückkehrte und diese behände neben dem Corsa über den Zaun hob, dachte sie über ihren ersten Eindruck nicht weiter nach, sondern lächelte wieder. »Vielen Dank, das ist sehr nett von Ihnen.«
»Mhm, schon gut.« Er versenkte die Hände in den Taschen seiner Jeans.
Chloe übernahm die Schubkarre und schob sie rasch neben den am Boden liegenden Erdesack hinter dem Corsa. »Ich heiße übrigens Chloe. Chloe Hansen. Sie haben da ein tolles Haus. Da hat Ihre Familie viel Platz. Dazu noch das große Grundstück. So will ich irgendwann auch mal wohnen.« Sie lachte. »Bis dahin begnüge ich mich mit diesem Hexenhäuschen. Ich bin ja auch nur eine Person, da brauche ich nicht so viel Platz wie eine ganze Familie.«
Aus unerfindlichem Grund verfinsterte sich die Miene des Mannes. »Clever.«
»Wie bitte?« Chloe, die sich zu dem Sack hinabgebeugt hatte, um ihn irgendwie in die Schubkarre zu hieven, richtete sich wieder auf.
»Ihre Strategie, mich auszufragen.«
Irritiert runzelte sie die Stirn. »Was für eine Strategie?«
»Ich bin nicht verheiratet und habe keine Familie, zumindest nicht in dem Sinne von Frau und Kinder.«
»Okay.« Weshalb er deshalb verärgert zu sein schien, leuchtete ihr nicht ein. »Dann ist das ein ganz schön großes Haus für eine einzelne Person«, stellte sie fest und versuchte es noch einmal mit einem freundlichen Lächeln.
Ihr neuer Nachbar verzog keine Miene. »Ich habe gerne Platz um mich herum. Ich lebe alleine – und dabei soll es auch bleiben.«
Chloes Irritation wuchs. »Okay«, wiederholte sie, blieb aber friedfertig, weil sie es sich mit ihrem neuen Nachbarn nicht gleich verderben wollte. »Danke noch mal für die Schubkarre. Ich bringe sie Ihnen zurück, sobald ich hier fertig bin.« Erneut griff sie nach dem Sack und versuchte, ihn anzuheben, ohne dass weitere Erde durch den Riss verlorenging.
»Und wie lange soll das dauern, wenn Sie so weitermachen?« Seine Stimme klang ungeduldig oder genervt, so ganz war sie sich nicht sicher. »Die Säcke sind viel zu schwer für Sie.«
»Ach ja?« Sie verdrehte die Augen.
»Kleinere gab es nicht zu kaufen?«
Wieder ließ sie von dem Sack ab. »Die großen sind deutlich billiger.«
»Ja, dafür bezahlen Sie dann mit einem kaputten Rücken.« Ehe sie auch nur Luft holen konnte, um etwas zu erwidern, war er mit seinen langen Beinen über den Jägerzaun gestiegen, trat neben sie und hob den Sack – anscheinend ohne die geringste Anstrengung – in die Schubkarre. Nach einem Blick in ihren Kofferraum brummelte er etwas Unverständliches, hob zwei weitere Säcke in die Schubkarre und fasste nach deren Griffen. »Wohin damit?«
»Äh …« Leicht perplex eilte sie den Weg voraus um das Haus herum. »Da vorne neben die Terrasse.« Sie deutete auf die Stelle, an der sie den ersten Sack abgelegt hatte. »Ich will ein paar Kübel bepflanzen.«
»Kübel?« Suchend sah er sich um.
»Die muss ich noch kaufen«, erklärte sie rasch. »Genau wie die Pflanzen. Mein Auto ist nicht groß genug, um alles auf einmal zu transportieren.«
»Ah.« Wortlos lud er die Säcke ab und holte auch noch die restlichen drei aus dem Auto. »Behalten Sie die Schubkarre, bis Sie hier fertig sind. Ich brauche sie die nächsten Tage erst mal nicht.« Wieder wanderten seine Hände in die Hosentaschen.
»Vielen Dank.« Auch wenn er nicht gerade sympathisch war, wollte sie freundlich bleiben – und sie war ihm wirklich dankbar. »Das ist sehr …«
»Ja, ja, schon gut.« Er winkte ab und ging bereits zurück in den Vorgarten, sodass sie ihm eilig folgte.
»Nein, wirklich«, beharrte sie. »Das ist ja schließlich nicht selbstverständlich.«
»Doch.« Er wirkte, als ärgerte er sich darüber.
»Kann ich mich irgendwie erkenntlich zeigen?«
»Vergessen Sie es einfach.« Schon war er wieder über den Zaun geklettert.
In diesem Moment erklang ein helles Bellen. Ein hellbraunes Fellgeschoss sauste aus der Haustür gegenüber bis an den Bordstein, stoppte dort abrupt und wedelte wie wild mit der Rute.
Hey, da bist du ja. Ich dachte schon, du wärst einfach ohne mich abgehauen, ohne mir Bescheid zu sagen. Das geht doch nicht. Aber zum Glück bist du nur über die Straße gegangen. Wer ist denn die Frau da? Darf ich die kennenlernen?
»Halt, Cooper, stopp!« Gebieterisch hob der Blonde die rechte Hand, und der Dackel hielt auch tatsächlich inne, bellte noch einmal aufgeregt, doch dann sauste er wie der Blitz über die Straße und wuselte um die Füße seines Herrchens herum.
Da bin ich! Hallo Tristan. Und wer bist du? Neugierig streckte der Dackel seine Nase durch den Jägerzaun.
»Oh, hallo!« Entzückt über das putzige Tier eilte Chloe zum Zaun und ging in die Hocke. »Du bist aber süß.«
Danke sehr. Das sagen irgendwie alle. Der Dackel wedelte wie wild mit der Rute. Lass dich mal beschnuppern!
»Das ist Cooper.« Ihr Nachbar blickte kopfschüttelnd auf den Hund hinab. »Er braucht noch eine Menge Training, fürchte ich. Cooper, du sollst doch nicht ohne Kommando auf die Straße laufen.«
Was? Kurz wuselte Cooper ihm erneut um die Füße, kehrte aber sofort zum Zaun zurück. Ach so, ja, kann sein. Hab ich vergessen. Die Frau hier ist doch so interessant. Hey, du, Frau, streichle mich doch mal, damit ich dich besser riechen kann!
»Guten Tag, Cooper.« Fragend blickte Chloe zu ihrem Nachbarn auf. »Darf er gestreichelt werden?«
Zum ersten Mal zuckte es leicht um seine Mundwinkel. »Klar, tun Sie es, bevor er sich noch umbringt.«
Vorsichtig streckte Chloe eine Hand aus und ließ den aufgeregten Dackel daran schnuppern.
Cooper bellte, tänzelt vor dem Zaun hin und her. Hm, ja, du riechst gut. Warum ist da dieser blöde Zaun? Ich will zu dir und dich besser kennenlernen! Oh, warte, ich habe eine Idee. Cooper rannte zum Auto und krabbelte darunter hindurch. Im nächsten Augenblick war er bei der noch immer hockenden Chloe und sprang sie freudig an. Ha, siehste, die Idee war super. Hallo, du Frau, jetzt streichle mich bitte endlich!
»Huch!« Chloe musste sich mit einer Hand am Boden abstützen, um nicht auf ihrem Hinterteil zu landen, als Cooper sie ansprang. Lachend streichelte sie über sein seidenweiches Fell. »Du bist ja ein Frechdachs, was?«
Klar, immer! Hach, ja, streicheln ist super. Lass dich mal knutschen! Schon reckte Cooper seine Nase in Richtung von Chloes Gesicht und schaffte es, indem er ein wenig auf den Hinterpfoten hüpfte, seine Nase gegen ihr Kinn zu stoßen.
»Cooper!« Die Stimme von Coopers Herrchen klang streng, doch als Chloe ihn ansah, meinte sie ganz kurz ein belustigtes Grinsen wahrzunehmen, das er aber sofort wieder hinter einer verschlossenen Miene versteckte. »Benimm dich!«
Wiff? Hä? Warum denn? Ich begrüße doch nur diese nette Frau. Die mag ich. Sie riecht toll und streichelt mich so schön.
»Schon gut, ist doch nicht schlimm.« Immer noch entzückt über die Begeisterung, mit der Cooper sie begrüßte, lächelte sie ihrem Nachbarn zu. Fast wirkte es, als wolle der Dackel die zugeknöpfte Art seines Herrchens ausgleichen. So betrachtet waren die beiden ein höchst seltsames Paar.
»Er ist erst zehn Monate alt und muss noch ein paar Manieren lernen.« Ihr Nachbar zuckte mit den Achseln. »Dackel sind ziemlich eigensinnig, das dürfte also noch ein Weilchen dauern.«
Was den für Manieren? Cooper wuselte zum Zaun und krabbelte daran hoch. Ich bin doch ganz lieb, und die Frau mag mich doch so, wie ich bin.
»Komm jetzt, du Rabauke.« Mit einer Zärtlichkeit, die zu seiner verschlossenen Art und seinem kurzangebundenen Ton einen frappierenden Kontrast setzte, krault ihr Nachbar den Dackel hinter den Ohren. »Wir haben noch zu tun.« Er richtete seinen Blick auf Chloe. »Und Sie vermutlich ebenfalls, wenn Sie vorhaben, heute noch mal zum Gartencenter zu fahren. Ausgerechnet am Samstag.«
»Ja, äh, das habe ich wohl.« Chloe erhob sich. Prompt wuselte Cooper wieder um ihre Füße herum. »Danke noch mal für Ihre Hilfe.«
»Ja, ja, machen Sie kein Drama daraus.« Ihr Nachbar schnalzte, um die Aufmerksamkeit seines Hundes auf sich zu ziehen. »Los jetzt, Cooper!«
Was? Ich will aber noch hierbleiben. Ich habe die Frau doch noch gar nicht zu Ende kennengelernt. Huch, was machst du denn jetzt?
Chloe traf überrascht einen Schritt zur Seite, als ihr Nachbar sich über den Zaun beugte, sich den Dackel geschickt schnappte und ihn auf den Arm nahm. Prompt wedelte der wieder wie wild und leckte ihm begeistert übers Kinn.
Hui, ja, das mag ich auch. Auf Tristans Arm ist es immer am allerschönsten!
»Hey, du Verrückter!« Ihr Nachbar streichelte dem Hund über den Kopf und Chloe konnte sehen, dass er dem Dackel noch etwas ins Ohr flüsterte, was dazu führte, dass dieser sich ein wenig beruhigte und sich wie ein kleines Kind an sein Herrchen kuschelte. Und diesmal lächelte der Mann wirklich – ein ganz verheerendes Lächeln so voller Liebe, dass Chloe ganz anders wurde.
»Also, wir sind dann mal weg.« Ihr Nachbar war schlagartig wieder ernst geworden. »Bis dann.«
»Ja, äh …« Chloes Kopf war kurzfristig wie leergefegt. Erst, als die beiden die Straße bereits überquert hatten, setzte ihr Verstand wieder ein. »Verraten Sie mir noch Ihren Namen?«
Er blieb stehen, Cooper nach wie vor auf dem Arm, und drehte sich zu ihr um, ohne etwas zu sagen. Seine Miene hatte sich erneut verschlossen.
Chloe neigte den Kopf leicht zur Seite. »Sonst muss ich Sie zukünftig mit Coopers Herrchen ansprechen.«
Möglicherweise zuckte es um seine Mundwinkel, doch auf die Entfernung war sie sich nicht sicher. »Tristan Halversson.« Damit machte er auf dem Absatz kehrt und verschwand in seinem Haus. Die Tür fiel mit einem deutlich vernehmbaren Klappen ins Schloss.
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Für Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Verlobter ihr gesteht, dass er sie zwar heiraten möchte, aber nicht liebt. Als wäre das nicht genug, verliert sie ein Jahr später auch noch ihren Job. Um ihr Herz zu heilen und einen Neustart zu wagen, zieht sie zu ihrer Zwillingsschwester Isalie nach Lichterhaven und beginnt auf dem Erlebnishof ihrer Familie zu arbeiten. Langsam kehrt wieder Ruhe in ihr Leben ein – bis sie auf den mürrischen Nachbarn Tristan trifft. Trotz anfänglicher Abneigung entdecken beide, dass sie mehr verbindet, als sie erwartet hatten. Kann die Liebe, unterstützt von einem kleinen Dackel namens Cooper, alte Wunden heilen und neues Glück schenken?
Romantische Wohlfühlatmosphäre am Meer und authentische Charaktere
Pfötchen, Strand und Liebesglück
Petra Schier
HarperCollins, 367 Seiten
Erscheint am 23.06.2026
ISBN 978-3-36501-302-1
13,- € / eBook 10,99 €
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Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit Mann und Hund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2003 als freie Autorin. Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening sowie MIRA Taschenbuch.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig verschiedene erfolgreiche Buchserien.
Petra Schier ist Mitglied in folgenden Autorenvereinigungen: DELIA, Syndikat, Autorenforum Montségur








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