Immer noch ist es in meinem Blog viel zu ruhig. Immer, wenn ich mir vornehme, daran etwas zu ändern, kommt etwas anderes dazwischen. Aber einen Textschnipsel zu meinem neuen Weihnachtsroman Schneeflöckchen, Weißpfötchen möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. In meiner Facebook Gruppe Petras Welt: Treffpunkt für Fans der Autorin Petra Schier/Mila Roth hatte ich kürzlich eine Umfrage gestartet, aus welchem Buch die Mitglieder gerne den nächsten Textschnipsel lesen möchten, und der neue Weihnachtsroman stand dabei ganz weit oben in der Gunst der Befragten.

Deshalb habe ich euch eine Szene aus dem sechsten Kapitel herausgesucht, in der alle drei Hauptfiguren auftauchen. Übrigens, falls ihr euch das gleich gefragt hättet: Der Name meines männlichen Protagonisten lautet Xander und wird englisch ausgesprochen, also “Sänder” mit weichem S am Anfang. Kommt euch der Name vielleicht irgendwie bekannt vor? Falls ja, habt ihr womöglich den ersten und dritten Triple X-Film (xXx) geschaut. Ist schon eine Weile her, aber den Namen Xander der dortigen Hauptfigur Xander Cage fand ich schon immer schön. In meinem Roman hat Xander übrigens eine Schwester, die Xenia heißt. :-)

Aber zurück zu meinem Textschnipsel, denn deshalb seid ihr ja hier. Ich wünsche euch gute Unterhaltung bei diesem ersten kleinen Einblick in meinen neuen Weihnachtsroman!

Aus dem 6. Kapitel

Xander brauchte nicht lange, um seinen roten Hybrid-SUV zum Parkplatz hinter der Beauty-Oase zu steuern. Ellie lehnte mit dem Rücken an der hinteren Beifahrertür und stieß sich ab, als er neben ihr hielt und das Fenster herunterfahren ließ. »Sie hatten ein Taxi bestellt?«

Ellie grinste nur schief. »Danke, dass du mich fährst. Schau dir das an.« Sie deutete auf den platten Reifen. »Ich muss wohl über einen Nagel oder so gefahren sein. Gemerkt habe ich gar nichts davon.«

»Steig ein, die Temperatur ist nur noch bei null Grad.« Xander beugte sich über den Beifahrersitz und stieß die Tür auf.

»Ich muss noch ein paar Sachen aus dem Kofferraum mitnehmen.« Sie öffnete bereits ihre Kofferraumklappe, woraufhin Xander rasch die Fernbedienung für die Klappe seines Autos drückte und ausstieg.

»Soll ich dir helfen?« Ehe sie auch nur Luft holen konnte, hatte er ihr bereits den großen Klappkorb abgenommen, den sie aus dem Kofferraum geholt hatte, und verstaute ihn in seinem Wagen. »Noch mehr Wichtel«, stellte er grinsend fest.

»Na klar.« Ellie stellte noch zwei volle Papiertüten von enormen Ausmaßen neben die Box. »Und ein paar andere Dekosachen, an denen ich einfach nicht vorbeigehen konnte.« Sie schloss die Kofferraumklappe wieder.

Xander betätigte erneut die Fernbedienung, sodass sich die Klappe an seinem Wagen mit einem leisen Surren langsam herabsenkte.

Ellie zog eine Grimasse. »Angeber.«

»He, he, Vorsicht, sonst nehme ich nur deine Wichtel mit und lasse dich in der Kälte stehen.« Lachend zog er den Kopf ein, als ihn in diesem Moment ein eiskalter Regentropfen an der Stirn traf. »Und im Regen.«
»Kommt nicht infrage!« Kichernd hastete Ellie zur Beifahrertür und schlüpfte ins Auto. »Was ist, willst du da draußen festfrieren?«

»Freche Göre.« Lachend klemmte er sich wieder hinters Steuer.

»Fahr bloß vorsichtig.« Ellie ließ den Sicherheitsgurt einrasten. »Regen bei den Temperaturen kann zu Glatteis führen.«

»Ach was?« Er ließ den Motor an und lenkte den Wagen auf die Straße. »Darauf wäre ich ja nie selbst gekommen, Frau Schlaubergerin.«

»Halt die Klappe.« Spielerisch schlug sie gegen seinen Oberarm.

»Hey, werd nicht frech, sonst überlege ich mir das mit dem Wichteltaxi doch noch mal.« Lachend wehrte er ihre Hand ab, konzentrierte sich dann aber auf die Straße, die tatsächlich stellenweise schon etwas rutschig geworden war.

Ellie verstummte ebenfalls und heftete ihren Blick fest auf die Windschutzscheibe.

»Keine Sorge, ich bringe dich heil und in einem Stück nach Hause.«

»Ich weiß.« Sie umfasste den Türgriff. »Das hätte ich auch nie bezweifelt. Ich bin nur gerade heilfroh, dass ich nicht selbst fahren muss. Glatteis liegt mir so gar nicht.«

»Mir auch nicht.« Glücklicherweise gab es kaum andere Verkehrsteilnehmer, und als Xander auf den Weg zur Ferienhaussiedlung abbog, konnte er sehen, dass dort bereits ein Traktor ein Gemisch aus Splitt und Sand verteilte. Der Zuweg zum Blockhaus im Wald war sowieso nur geschottert, sodass man darauf problemlos fahren konnte. »Nobles Domizil«, befand er, nachdem er in der Zufahrt zum Haus gehalten hatte. »Ist es innen so klasse wie von außen? Du hattest ja schon Fotos gezeigt, aber live sieht ja immer alles noch mal anders aus.«

»Das Haus ist total schön.« Auf Ellies Miene erschien ein schwärmerischer Ausdruck. »Ein bisschen rustikal, aber total kuschelig und gemütlich … Komm doch kurz mit rein, dann zeige ich dir alles.«

Sie wollte schon die Tür öffnen, doch im selben Moment nahm Xander eine Bewegung und einen Schatten neben dem Auto wahr. »Stopp! Warte.« Er griff nach ihrem Arm. Der Schatten war … weiß?

»Was ist denn?« Ellie war mitten in der Bewegung erstarrt. Ihre Augen weiteten sich. »Da ist er wieder. Der große Hund. Da!« Sie deutete auf das wirklich nicht gerade kleine Tier, das zwischen ihnen und der Haustür stand und ihnen mit erhobenem Kopf, aufgerichteten Ohren und wachsamen Blick entgegensah.

»Ich weiß.« Ihm wurde bewusst, dass das Scheinwerferlicht den Hund vermutlich blendete, und er schaltete es aus.

»Was machst du denn? Jetzt sehen wir doch nicht, was er macht.«

»Das Licht am Haus ist doch hell genug«, widersprach er.

»Und jetzt? Was, wenn er angreifen will?« Ellies Stimme klang so kläglich, wie er sie schon sehr lange nicht mehr gehört hatte. »Ich dachte, er hätte für immer das Weite gesucht.«

»Hey, ganz ruhig.« Sanft berührte er sie an der Schulter und kämpfte gleichzeitig gegen das Bedürfnis an, sie fest an sich zu ziehen. »Hier im Auto kann uns nichts passieren. Und wie Cujo aus dem Stephen King-Roman wirkt er ja nun auch wieder nicht.«

Ellie stieß geräuschvoll die Luft aus und entspannte sich eine Spur. »Xander?«

»Hm?«

»Er sieht schrecklich dünn und verwahrlost aus, oder?«

Xander richtete sein Augenmerk wieder auf den Hund. »Shit, du hast recht. Er muss schon eine Weile auf sich gestellt sein. Vielleicht ist er irgendwo ausgerissen oder wurde ausgesetzt.«

»Was machen wir jetzt?« Während sie sprach, löste Ellie ihren Sicherheitsgurt. »Die Polizei rufen? Oder beim Tierheim fragen? Jemand muss ihn doch einfangen und versorgen.« Sie sah ihn von der Seite an. »Ob wir ihn irgendwie sichern können?«

»Wir?« Verblüfft starrte er sie an. »Du hast doch Angst vor Hunden.«

»Ja, schon.« Ellie biss sich auf die Unterlippe. Ihr Blick war zu dem großen, weißen Hund zurückgewandert, der immer noch bewegungslos zwischen dem Auto und dem Hauseingang stand. »Aber was, wenn er am Verhungern ist? Er sieht schon ziemlich erbärmlich aus, findest du nicht auch? Irgendwie tut er mir leid.« Sie stockte, als der Hund sich auf sein Hinterteil sinken ließ. »Ich glaube, er zittert. Er ist auch ganz nass, und es ist eiskalt draußen. Bei solchen Temperaturen könnte er erfrieren, und das will ich nicht.«

»Um diese Zeit ist im Tierheim bestimmt niemand mehr erreichbar.« Xander dachte kurz nach. »Die Polizei halte ich auch für übertrieben, aber ich glaube, man ist verpflichtet, ein Fundtier dort oder beim Tierheim zu melden.«

»Ich könnte mal versuchen, Fiona Sahler zu erreichen.« Schon während sie sprach, zog Ellie ihr Smartphone hervor. »Sie ist Tierärztin, und Mama schneidet ihr regelmäßig die Haare. Jana und Oliver gehen mit Scottie zu ihr und haben erzählt, dass sie super sein soll. Vielleicht weiß sie einen Rat.«

»Okay.« Auch Xander löste seinen Gurt. »Ich versuche, ihn anzulocken. Sonst haut er vielleicht wieder ab.«

»Sei bloß vorsichtig!«

Er nickte nur, dann öffnete er sehr langsam und vorsichtig die Autotür.

Schneeflöckchen, Weißpfötchen

Schneeflöckchen, Weißpfötchen

Petra Schier

HarperCollins, 397 Seiten
Erscheint am 23.09.2025
ISBN 978-3-36501-173-7
14,- € / eBook 10,99 €

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